Berlin - Marvin Friedrich will sich nicht mehr mit der Vergangenheit beschäftigen. Mit dieser für ihn dunklen Zeit als Kadermitglied des FC Augsburg, als er im Sommer 2016 voller Zuversicht vom FC Schalke 04 zu den bayerischen Schwaben gewechselt war, aber vom damaligen FCA-Coach Manuel Baum nicht berücksichtigt wurde und eineinhalb Jahre lang nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam. Regionalliga statt Bundesliga, Schattenmann statt Startelfkandidat. Insofern kann man es dem 23 Jahre alten Innenverteidiger des 1. FC Union nicht verdenken, dass er für das Auswärtsspiel am Sonnabend – zumindest im Austausch mit den Journalisten – zu folgendem Schluss gekommen ist: „Ich muss ehrlich sagen, das ist wie jedes andere Spiel auch, nichts Besonderes. Vielleicht auch, weil ich dort nie gespielt habe.“ Seine restlichen Aussagen zum Gegner sind unter der Rubrik Allgemeinplatz einzuordnen. Augsburgs sei „eine heimstarke Mannschaft. Das wird ein schweres Auswärtsspiel“, sagt Friedrich, wohlwissend, dass es für Union in der höchsten deutschen Spielklasse nicht ein einfaches Spiel geben wird.

Was der Profi sagt, ist grundsätzlich ernst zu nehmen, wenngleich zumindest der Verdacht erlaubt ist, dass die Monate in Augsburg für einen, der in der Vorzeige-Nachwuchsakademie des FC Schalke zu den Leistungsstärksten zählte und mit der U19-Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes bei der Europameisterschaft 2014 den Titel gewann, qualvolle gewesen sein müssen. Monate, in denen der Traum von einer Bundesliga-Karriere auch wegen einer rätselhaften und deshalb auch langwierigen Adduktorenverletzung in Zweifel stand. Monate, die aber letztlich in einem krassen Kontrast zu seinen Erlebnissen beim 1. FC Union stehen müssen. Stammplatz. Aufstiegsheld. Schließlich die leidenschaftlichen Bemühungen der Köpenicker, ihn über eine Ablösesumme in Höhe von zwei Millionen Euro endgültig aus dem Vertrag mit den Fuggerstädtern zu lösen. Friedrich sagt: „Ich bin froh, dass ich jetzt Spieler von Union Berlin bin.“

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