Unions Manager Oliver Ruhnert telefoniert in Barsinghausen, während er das Team beim Training beobachtet. 
Foto: City-Press/Moritz Eden

BarsinghausenDie Ungewissheit ist dieser Tage im Profizirkus der stete Begleiter: Wo steht mein Team? Kommen wir wieder gut in den Tritt?  Macht das fiese Corona-Virus doch noch einen Strich durch die Re-Start-Bemühungen der Fußball-Bundesliga?  All diese Fragen sind allgegenwärtige Begleiter für die Eisernen in ihrem Quarantäne-Trainingslager in Barsinghausen. 

Immerhin ziehe das Team gut mit und es sei eine Vorfreude erkennbar, dass die Profis wohl bald wieder ihren Beruf ausüben dürfen, merkte Unions Manager Oliver Runert als Augenzeuge an. Man merke zwar, dass die Situation ungewohnt sei, aber das Team wisse damit umzugehen.

Dies wohlgemerkt ohne ihren eigentlichen Chef Urs Fischer, aber erstmals wieder mit Yunus Malli. „Der Trainer musste kurzfristig aus privaten Gründen bis auf Weiteres das Trainingslager verlassen“,   sagte Oliver Ruhnert, der Manager der Eisernen. Aber nicht weil er irgendwie infiziert sei.

Unklar, ob Urs Fischer am Sonntag auf der Bank sitzt

Ob der Schweizer Coach gegen den deutschen Meister FC Bayern am Sonntag (18 Uhr) auf der Bank im ansonsten leeren Stadion An der Alten Försterei sitzen kann, ist unklar. Die DFL sei aber über seinen "Ausbruch" aus der Quarantäne informiert. Und sieht das alles als noch okay an. Immerhin konnte er sich in Barsinghausen einem weiteren Test auf das Corona-Virus unterziehen. Wenn er am Sonnabend, am Tag vor dem Spiel gegen die Münchner, auch den finalen Abstrich ohne einen positiven Befund übersteht, kann er  beim Re-Start auf der Bank Platz nehmen.  

 „Private Gründe haben Vorrang. Bis auf Weiteres kann morgen sein, kann aber auch erst nächste Woche sein“, sagte Ruhnert. Für den internen Übungsbetrieb bis zum Wochenende –   vielleicht sogar beim Match – zeichnen derzeit die beiden Co-Trainer Markus Hoffmann und Sebastian Bönig verantwortlich. Die coachten gestern an der Deister jeder ein Team beim ersten echten Spiel Elf gegen Elf in Trikots – und  somit vergleichbar einem echten Wettkampf.

Vom Feeling her war es ein gutes Gefühl, um den Fußball-Philosophen Andy Möller einmal zu zitieren. Auch wenn Ruhnert einräumte, dass die lange Spielpause auch im Trainingsmatch deutlich erkennbar gewesen sei. Ruhnert hofft, dass „die Jungs wieder in einen Flow“ kommen. „Das Team muss erkennen, dass es jetzt wieder um Punkte geht“, stellte Ruhnert Forderung und Hoffnung gleichermaßen in den Raum.

Union ist sich der Tabelle weiter bewusst

Denn auch wenn Vieles ungewiss ist, Union geht ja mit immerhin schon 30 Punkten in die finale Saisonphase. Das müssen andere Klubs erst einmal aufholen, egal wie sehr Spiele ohne Zuschauer den 1. FC Union bei eigentlich fünf Heimspielen um eine seiner Stärken berauben würden.

Der Alltag des Managers hat sich in den letzten Wochen verändert. Es geht nicht nur um Kaderplanung. Selbst wenn Union jüngst die Verträge mit Grischa Prömel und Jakob Busk verlängert hat. Im Vordergrund steht immer auch die Umsetzung des Hygiene-Konzeptes der DFL für die Geisterspiele. „Gestern habe wir um 18.50 Uhr die letzte Neuerung bekommen. Und das sind keine Zweizeiler. Da ist eine Menge zusätzlicher Arbeit, das alles umzusetzen. Der Alltag hat sich dadurch stark verändert“, meint der 47-Jährige.