Unions neuer Dänen-Stürmer : Mittendrin, aber nicht so richtig dabei

Nach 59 Sekunden hatte Marcus Ingvartsen bei dieser U21-Europameisterschaft seinen ersten Ballkontakt. Eine einfache Kopfballablage war das, grundsätzlich nichts besonderes, doch bei einem, der künftig die Farben des 1. FC Union tragen wird, darf die Beobachtung schon mal bis ins Detail gehen. Was die Beobachtung dann doch etwas verkomplizierte, war der Umstand, dass der 23 Jahre alte Stürmer bei der Begegnung seiner Dänen mit der deutschen Auswahl erst mal außen vor war, soll heißen: ohne weiteren Ballkontakt. Meter um Meter machte er als Stoßstürmer zwar, erfüllte vor den Augen von Union-Manager Oliver Ruhnert, der in Udine zugegen war, seine taktischen Grundpflichten. Doch irgendwie fand er nicht ins Spiel. Erst in der 24. Minute war Ingvartsen wieder am Ball, mit einer Kopfballverlängerung – ins Leere.

Nun, nach diesem 1:3 der Dänen gegen die DFB-Auswahl fällt einem ein Urteil über den Neu-Köpenicker gar nicht so leicht. Vielleicht kam der Angreifer in den vergangenen Monaten beim KRC Genk doch zu selten zum Einsatz, um im Nationaltrikot sogleich seinen Rhythmus zu finden. Vielleicht fehlte ihm aber einfach nur die Unterstützung aus den dänischen Mittelfeldreihen, als dass er seine Klasse unter Beweis stellen konnte.

Maier zur Halbzeit ausgewechselt

Da lässt sich schon etwas mehr über den Herthaner Arne Maier sagen, über den Mittelfeldspieler, der dem Spiel der deutschen Auswahl Struktur verleihen sollte. Das gelang ihm freilich nicht allzu gut, im Besonderen im Spiel nach vorne, wodurch sich sein Trainer Stefan Kuntz trotz der 1:0-Führung durch den Augsburger Marco Richter (27.) zum Handeln gezwungen sah. Er nahm Maier, der im Ausgang der Saison wegen einer Knieverletzung mehrere Wochen auf der Verletztenliste gestanden hatte, zur Halbzeit aus dem Spiel.

Inwieweit das Auswirkungen auf das Spiel seiner Mannschaft hatte, lässt sich nur schwer nachvollziehen. Fakt ist, dass Richter (52.) und Luca Waldschmidt (65.) mit ihren Treffern die Partie zugunsten der deutschen Junioren entschieden. Der von Robert Skov, dem besten Dänen, verwandelte Handelfmeter (73.) war der Anschlusstreffer, aber auch nicht mehr. (BLZ)