Es ist wahrlich keine Schönheit, das Trikot zum Benefizspiel („Bratwurst gegen Currywurst“), das der 1. FC Union heute Abend (18 Uhr, MDR) beim insolventen FC Rot-Weiß Erfurt absolviert. Es sieht nämlich so aus, als hätte da einer dem anderen unvorteilhaft eine Mischung aus Senf und Ketchup aufs Leibchen gekleckert. Zudem sollten die Fans der beiden Klubs kein allzu packendes Spiel der ostdeutschen Traditionsvereine, die sich zuletzt vor zehn Jahren in der Drittligasaison 2008/09 gegenüberstanden, erwarten.

Während die Erfurter in der Regionalliga Nordost zuletzt gegen Schlusslicht Optik Rathenow den Kürzeren zogen, reisen die Köpenicker jedenfalls gar nicht erst mit jenen Kickern an, die zuletzt dafür sorgten, dass der 1. FC Union weiterhin eifrig um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielt. Stammspieler wie Marvin Friedrich, Rafal Gikiewicz oder Grischa Prömel dürfen sich die Reise nach Thüringen sparen, stattdessen vertreten Spieler aus der zweiten Reihe und einige Nachwuchs-Kräfte die Vereinsfarben im Steigerwaldstadion.

Polter muss sich gedulden

Einer, der allerdings gerne mitgereist wäre, ist Unions Angreifer Sebastian Polter. Der 27-Jährige, mit einer Mittelfußverletzung weiterhin außer Gefecht gesetzt, konnte zu Wochenbeginn immerhin erstmals wieder am Training der Eisernen teilnehmen, auch wenn es nach rund einer Stunde Einzeltraining zurück in die Kabine ging. Ein Comeback von Polter soll aber weiterhin nicht vor Ostern stattfinden.

Grund, den Heilungsprozess des Publikumslieblings zu beschleunigen, haben die Köpenicker ohnehin nicht. Stellvertreter Sebastian Andersson schlug sich in den sieben Spielen seit Polters Verletzung mit vier Treffern und einer Vorlage so gut, dass ihm schließlich die langersehnte Wieder-Nominierung zur schwedischen Nationalmannschaft zuteil wurde. Am Sonnabend darf er aller Voraussicht nach für die Tre Kronor gegen Rumänien ran.

Das alles ist den Erfurtern heute freilich egal. Die sind einfach nur froh, dass Union zum Benefizspiel kommt. Bis zu 4 000 Zuschauer werden erwartet, selbst das leidliche Sondertrikot wurde angeblich schon 200 Mal verkauft. Zum Unverständnis jeglicher Trikot-Ästheten.

Spielansetzungen: 29. Spieltag: Union–Regensburg (Fr., 12.4., 18.30), 30. Spieltag: Fürth–Union (Sa., 20.4., 13.00), 31. Spieltag: Union–Hamburger SV (28.4., 13.30), 32. Spieltag: Darmstadt–Union (5.5., 13.30), 33. Spieltag: Union–Magdeburg (So., 15.30), 34. Spieltag: Bochum–Union (So., 15.30).