Nach einem familiären Trauerfall zurück: Unions Trainer Urs Fischer.
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Berlin-KöpenickUnion-Trainer Urs Fischer nimmt nach seiner Rückkehr zur Mannschaft das Stadtderby gegen Hertha BSC in den Blick. „Ich werde versuchen, den Fokus auf dieses Spiel hinzubekommen. Auch wenn es nicht so einfach ist. Das gehört zum Leben dazu. Es wird mir auch gelingen“, sagte der Schweizer vor dem Duell am Freitag (20.30 Uhr) im Berliner Olympiastadion. Fischer hatte den Restart am vergangenen Wochenende gegen Bayern München (0:2) nach dem  Tod seines Schwiegervaters verpasst. Nach zwei negativen Corona-Tests darf er die Mannschaft aber inzwischen wieder betreuen.

Im Vergleich zum Hinspiel gegen Hertha (1:0), das wegen Pyro-Randalen kurz vor dem Abbruch gestanden hatte, nimmt Fischer vor dem ersten Geisterderby eine andere Stimmung wahr. „Ich empfinde es schon eher ruhig. Am Schluss ist es aber ein Derby, da sind spezielle Emotionen mit bei.“

Der inoffizielle Titel des Berliner Stadtmeisters spielt dabei für den Trainer nur eine untergeordnete Rolle. „30 Punkte werden nicht reichen, um in der ersten Liga zu bleiben. Für mich zählt in erster Line der Ligaerhalt, nicht die Stadtmeisterschaft“, sagte Fischer und ergänzte: „Wenn beides eintreffen würde, umso schöner.“

Kein TV-Blackout erwartet

Derweil nahm Union-Sprecher Christian Arbeit den Fans die Sorge, ob sie über einen Streaming-Dienst überhaupt Live-Bilder der Partie zu sehen bekommen. „Wir gehen davon aus, dass das Spiel im Fernsehen zu sehen sein wird“, sagte Arbeit. Die Deutsche Fußball-Liga muss die die Rechte für die Freitagsspiele neu vergeben, nachdem sich der Konzern Eurosport/Discovery den Modalitäten der Saison-Fortsetzung nicht angeschlossen hatte und den Vertrag gekündigt haben soll. Arbeit bezeichnete die Wahrscheinlichkeit, dass das Berliner Derby für die Fans nicht zu sehen sein wird,  als „relativ klein“.

Neben DAZN und Amazon käme auch die Telekom als inzwischen etablierter Sport-Sender infrage – ARD oder ZDF allerdings nicht: Das Rechtepaket gilt nur für den Bezahlbereich. Zuletzt hatten am Montagabend der Streaming-Dienst DAZN und überraschend auch der Internetriese Amazon über seine Plattform Amazon Prime das Spiel von Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen übertragen.

DAZN war vom DFL-Deal mit Amazon überrascht worden. Bisher zeigte der kostenpflichtige Streaming-Dienst die Bundesliga über einen Sublizenz-Vertrag mit Eurosport, der 40 Punktspiele umfasst, davon 30 am Freitag sowie jeweils fünf am Sonntag und Montag. Doch dieser Kontrakt ist wegen der Vorgänge um Eurosport derzeit nicht gültig.