„Vertraut mir. Wir werden gewinnen“: Reals Ersatzkapitän Éder Militão.
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BerlinDie Stimmung ist angespannt. Denn in der Königsklasse, die vor dem Neustart steht, droht gleich mehreren europäischen Topklubs das Aus. Nach der monatelangen Corona-Pause kämpfen noch acht Clubs um den Einzug in das Viertelfinale der Champions League. Doch während der FC Bayern München nach dem 3:0 im Hinspiel als Favorit ins Rückspiel gegen den FC Chelsea geht, müssen Manchester City, Real Madrid, der FC Barcelona, ja sogar auch Juventus Turin noch zittern. Denn natürlich wollen sich alle unbedingt für das Finalturnier vom 12. bis 23. August in Lissabon qualifizieren.

In Spanien sorgen sich die Fußballfans um ihre beiden Giganten. Zum ersten Mal seit 2007 könnten sowohl Rekordmeister Real Madrid als auch der FC Barcelona das Viertelfinale verpassen. Die Königlichen um Toni Kroos müssen am Freitag (21 Uhr/Sky) bei Manchester City eine 1:2-Niederlage wettmachen. Von einem Krieg schrieb die Sportzeitung AS am Donnerstag martialisch. Und dabei fehlt den Königlichen ihr wichtigster Mann. Im Hinspiel flog Kapitän Sergio Ramos vom Platz. Er kann in Manchester nur zuschauen.

Sein Vertreter, der Brasilianer Éder Militão, 22, machte den Fans Mut. „Madridistas, gegen City wird unser Kapitän fehlen. Aber ich werde da sein. Vertraut mir. Wir werden gewinnen.“ Die Form stimmt optimistisch, die Schiedsrichter-Ansetzung macht Mut: Seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach der Corona-Pause hat Real in elf Spielen zehn Siege und ein Remis geholt. Und der Münchner Referee Felix Brych ist so etwas wie ein Talisman für den Club. Mit ihm gab es in bisher neun Partien eine Niederlage und sechs Siege.

Doch Gastgeber Manchester City mit Trainer Pep Guardiola sehnt sich nach dem ersten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte. „Wir sind bereit zu kämpfen“, sagte Verteidiger Aymeric Laporte. Die aktuelle Verfassung ist vor dem Rückspiel schwer abzuschätzen. Zwar feierte Pep Guardiolas Team in der Liga zuletzt einige Kantersiege. Ein 5:0 und ein 4:0 bei den Absteigern Norwich City und FC Watford taugen allerdings kaum als Gradmesser für Madrid. Außerdem musste sich Manchester City im FA-Cup-Halbfinale bei Arsenal mit 0:2 geschlagen geben. „Es braucht kein Genie, um zu wissen, dass wir uns für Madrid steigern müssen“, warnte Guardiola, nachdem ihn ausgerechnet sein ehemaliger Assistent Mikel Arteta mit Arsenal überlistet hatte.

Immerhin ist der Druck für den englischen Meisterschaftszweiten nicht mehr ganz so hoch wie noch vor dem Hinspiel. Die Uefa hatte Manchester City damals gerade wegen Verstößen gegen die Regeln des Financial Fair Play für die kommenden zwei Jahre aus der Champions League ausgeschlossen. Doch der Internationale Sportgerichtshof hob die Sperre im Juli wieder auf und ließ die City-Verantwortlichen aufatmen. Denn die Champions-League-Trophäe hat für die Titelsammler in Manchester längst Priorität.