2017 auf dem Münchner Oktoberfest: Usain Bolt und seine Freundin Kasi Bennett.
Foto: Imago Images

BerlinUsain Bolt ist gesprintet wie eine Funkenentladung. Schnell wie ein Blitz. Auf der Bahn, den Hochglanz-Prospekten und vor der Kamera hat er die Selbstinszenierung beherrscht wie kaum ein anderer Leichtathlet. Warum also sollte die Form des kommunikativen Geldverdienens nun vorbei sein, nur weil seine Karriere als Sprinter seit drei Jahren beendet ist? Wo etwas fließt, hört wohl keiner auf zu graben. Da verwundert es wohl kaum, dass der Jamaikaner selbst seine im Mai geborene Tochter als eine Art Vermarktungswerkzeug in seinem durchgestylten Leben betrachtet: Schließlich hat Bolt, 33, gerade im sozialen Netzwerk Instagram den Namen der Kleinen bekannt gegeben: Olympia Lightning Bolt. Aha, also Olympia Blitz Bolt.

Die kleine Blitzgurke präsentiert er im Fotostudio auf dem Arm ihrer Mutter Kasi Bennett im perfekten Licht, drapiert in Tüll mit Rüschchen und Schleifchen und, ach, kommentiert mit so much happiness und love. Gleichzeitig gratuliert Bolt seiner Model-Freundin zum Geburtstag – mit dem Kompliment, sie zehn Jahre jünger zu machen.

Äußerlichkeit, Gesten und Posen gehören zur Verkaufsstrategie der Social-Media-Generation. Auf der Bahn hat Bolt, der immer noch die Weltrekorde über 100 und 200 Meter hält, die Siegespose „To Di World“ auf der ganzen Welt bekannt gemacht: der Bogenschütze, der Richtung Himmel schießt. Diese Art der Selbststilisierung, die überall eindeutig mit seiner Person verbunden wird, ist etwas, das sie im McKinsey-Sprech als unique selling proposition, als Alleinstellungsmerkmal, bezeichnen. In der Welt der Gestendeuter heißt so etwas: „Signature Move“. Bei Leichtathletik-Veranstaltungen zahlte sich das aus für Bolt: er konnte Antrittssummen von bis zu 500. 000 US-Dollar verlangen.

Der achtmalige Olympiasieger und elfmalige Weltmeister ist noch immer Markenbotschafter der Sportartikelindustrie. Und von sich selbst. Seine Freundin Kasi scheint gefallen am Inszenieren privater Momente gefunden zu haben. Auf ihrem sozialen Medien-Account hat sie schon während der Schwangerschaft fleißig ihr wachsendes Bäuchlein gepostet: mal in rot wallender Robe, mal im schwarz-weißen Badeanzug. Bennett hatte das Mädchen in Kingston zur Welt gebracht. Kurz darauf spendete das Paar der Klinik Geräte sowie dem Personal der Entbindungsstation Gutscheine für Bolts Restaurant.

Usain Bolt, dem seine Freundin während Olympia 2016 generös den ein oder anderen Nachtclub-Ausflug mit der ein oder anderen Begleitung verzieh, schrieb zum Foto seiner kleinen Familie, er werde der Fels für die beiden sein. Man kann sich das in einer Geste vorstellen: Der Bogenschütze aus Jamaica steht auf einem Fels, um seine Liebsten zu beschützen. Sollte das glamouröse Paar ein weiteres Kind bekommen, einen Jungen vielleicht, ist dessen Name ja wohl ziemlich klar: Archer Rock Bolt, Bogenschütze Fels Bolt. Oder nicht?

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