Berlin - Der Reiz von Pferderennen, heißt es in Ulrich Raulffs grandioser Studie über „Das letzte Jahrhundert des Pferdes“, „lag nicht nur darin, dass nirgendwo sonst so hohe Geschwindigkeiten erzielt wurden, sondern auch in ihrem Symbolgehalt als Sport der Könige“. Eine besondere Rolle spielte dabei die Verbindung „speed and blood“. Tempo und Abstammung waren über Jahrhunderte ein Antrieb, Pferde zu trainieren und deren Qualitäten auch in der Zucht zu verbessern. Wenn ein Pferd schnell laufen kann, ist das womöglich Zufall. Wenn diese Fähigkeit jedoch per Zuchtplanung veredelt wird, erwächst daraus eine vornehme Erhabenheit, aus der der Pferdesport noch immer seine Faszination bezieht.

Wenn die Kriterien „speed and blood“ noch gelten, dann hat das 126. Deutsche Traber-Derby, dessen Vorläufe an diesem Wochenende in Berlin-Mariendorf ausgetragen werden, einen übermächtigen Favoriten. Selten zuvor hat ein dreijähriges Pferd das Berliner „Buddenbrock-Rennen“, das als wichtigste Vorprüfung zum Derby gilt, derart überlegen gewonnen wie Usain Lobell. Mit dem Verweis auf den Sprinter Usain Bolt im Namen scheint eine hohe Grundschnelligkeit Programm zu sein. Bei Usain Lobell kommt eine aufreizende Lockerheit hinzu, und das edle Blut ist durch die Pferdemutter verbürgt. Der Hengst stammt von Lobell Countess, die sich 2011 als eine der wenigen Stuten in die Siegerliste des Derbys eintragen konnte. Der Vater von Usain Lobell ist der französische Hengst Bold Eagle, der für viele Jahre das Maß aller Dinge im internationalen Trabrennsport war.

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