Der neunmalige Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi.
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BerlinDer Doktor macht sich Gedanken über das Ende seiner Karriere im Motorrad-Sport. Für den italienischen Rennfahrer Valentino Rossi, der die Kurven und Gerade vom Sachsenring über Mugello, Brünn, Silverstone, Jeréz und Le Mans bis Sepang beherrscht hat wie kein anderer, rückt das Karriereende immer näher. Die Coronakrise hat den Piloten mit der Nummer 46 nachdenklich gemacht. "Ich liebe den Motorsport, um den mein Leben kreist. In dieser Zeit des Lockdowns habe ich aber entdeckt, dass ich trotzdem Spaß am Leben haben kann. Vielleicht wäre es einfacher, jetzt und ohne Fans um mich herum, Schluss zu machen", sagte der neunmalige Weltmeister im Interview mit BT Sport.

Der 41-Jährige gehört dem WM-Zirkus seit 1996 an und prägte den Sport als globales Aushängeschild. Die 46 hat im Motorsport eine Bedeutung wie Cristiano Ronaldos CR7 im Fußball. Eine Entscheidung über seine Zukunft werde nicht mehr lange auf sich warten. "Bald werde ich sie allen mitteilen. Ob ich vor dem Karriereende Angst habe? Angst nicht, aber sicher wird mein letztes Rennen ein trauriger Tag sein, ein Tag, der schwer zu akzeptieren sein wird", sagte Rossi, der den Spitznamen „Doktor“ trägt.

Eine Fortsetzung seiner MotoGP-Karriere knüpft er an Konkurrenzfähigkeit. Dies sei auch Voraussetzung für einen etwaigen Wechsel zum Yamaha-Kundenteam Petronas. "Ich werde nur dann zu Petronas wechseln, wenn ich der Meinung bin, dass ich wettbewerbsfähig sein und für den Sieg kämpfen kann. Ich werde nicht für eine Abschiedstour zu Petronas wechseln", sagte er. Seinen Platz im Werksteam muss Rossi im kommenden Jahr an den Franzosen Fabio Quartararo, 21, abtreten.

Der vorläufige Plan sieht vor, den Neustart der Motorrad-Weltmeisterschaft mit einem Doppelrennen am 19. und 26. Juli in Jeréz zu beginnen. Dann soll es voraussichtlich in Brünn (9. August) und einem Doppelrennen in Spielberg weitergehen. Angedacht sind zehn Grand Prix in Europa. Alle Übersee-Rennen sind fraglich.