Berlin - Bei Mainz 05 setzte es eine 0:1-Niederlage für die Hertha aus Berlin. Doppelt bitter: In der 89. Spielminute flog auch noch Kapitän Vedad Ibisevic (33) vollkommen unnötig vom Platz – wegen Schiedsrichterbeleidigung.

Doch was hat der Hertha-Stürmer wirklich gesagt? Nach dem Spiel steht Aussage gegen Aussage.

„Ich habe gesagt, das ist schlecht“

Ibisevic äußerte sich wie folgt nach dem Spiel: „Ich habe gesagt, das ist so schlecht‘. Er hat verstanden ‚Du bist scheiße‘. Dazu sage ich: Ich bin doch kein zwölfjähriges Kind! Warum sollte ich so etwas sagen? Wir brauchen jetzt einen Lippenleser. Dann ist klar, dass ich die Wahrheit sage.“

Schiedsrichter Stieler verstand allerdings etwas ganz anderes. Auf Nachfrage des Berliner Valentin Stocker behauptete er, Ibisevic hätte „du bist scheiße“ gesagt. So steht es demnach auch im Spielbericht.

Lippenleserin gibt Ibisevic recht

Die professionelle Lippenleserin Judith Harter äußerte sich gegenüber der Bild nun zu dem Vorfall und möchte den folgenden Dialog zwischen den Beiden abgelesen haben.

Ibisevic zu Stieler: „Ja, das war schlecht.“ Stieler zu Ibisevic: „Du bist raus.“ Ibisevic zu Stieler: „Ich habe nur gesagt, dass es schlecht war.“ Stieler zum herbeieilenden Valentin Stocker: „Du bist scheiße, hat er gesagt.“

„Wenn er ‚Du bist scheiße‘ gesagt hätte, würde die Wange dünner aussehen. Insgesamt ergibt sich dann ein ganz anderes Lippenbild einschließlich Wangenhaltung,“ so Harter weiter.

„Nach Rot stand ich unter Schock“

Ibisevic bestätigte den abgelesenen Dialog: „Ja, so war das. Meine genauen Worte waren, ‚Das ist so schlecht’. Weil er etwas aufgeregt war, habe ich höchstens mit Gelb gerechnet. Nach Rot stand ich unter Schock. Als ich hörte, wie der Schiedsrichter zu Stocker sagte, was ich angeblich gesagt haben soll, bin ich erst zu ihm hin und habe erklärt, dass ich das nicht gesagt hätte.“

Dennoch droht dem Hertha-Stürmer eine längere Sperre. Wenn im Spielbericht die Beleidigung „Du bist scheiße“ vermerkt sein sollte, können es zwischen zwei und fünf Spielen werden.

Nicht der erste Vorfall zwischen Ibisevic und Stieler

Besonders merkwürdig an dem umstrittenen Vorfall: Ibisevic wurde bereits 2010 von Schiedsrichter Stieler vom Platz gestellt, ebenfalls wegen Beleidigung. Damals gab er die Beleidigung zu, diesmal gibt er sich unschuldig.  

Der Bosnier wurde bereits 2010 von Schiri Stieler vom Platz gestellt. Damals beleidigte der damalige Hoffenheim-Stürmer den Unparteiischen als „Hurensohn“. Ibisevic gab das zu, bekam drei Spiele Sperre. Diesmal beteuert er seine Unschuld.

Ibisevic fühlt sich ungerecht behandelt

Ibisevic: „Bei meinen vorherigen Roten Karten habe ich nie protestiert, weil es sie zurecht gab. Diesmal ist das nicht der Fall, da werden mir Sachen in den Mund gelegt, die nicht stimmen. Das lasse ich nicht durchgehen. Ich bin noch unter Schock, dass es so etwas überhaupt gibt. In welcher Welt leben wir denn? Ausgerechnet der Schiedsrichter, der für Gerechtigkeit sorgen soll, wirft mir etwas vor, dass ich nicht gesagt habe. Ich bin seit zehn Jahren Fußballer und habe keine Chance, mich zu wehren. Das macht mich traurig.“

(krä)