Lokomotiv Kuban Krasnodar statt Baskets Junior/TB Oldenburg, Eurocup statt Zweite Bundesliga Pro B – viel größer könnte der Unterschied nicht sein. War Jonas Mattisseck mit 28 Punkten am Sonntag noch Matchwinner für Lok Bernau, traf zehn seiner elf Wurfversuche aus dem Feld, darunter auch alle sechs Versuchen von der Dreierlinie, hat er sich am Dienstag mit Alba Berlin auf den nächsten Auswärtstrip begeben. Und das nicht nur mit der Aussicht auf einen tollen Blick von der Reservebank, sondern auf Einsatzzeit.

Neben Joshiko Saibou hat Alba Berlin im Spiel gegen Ludwigsburg nun auch den Anführer verloren: Peyton Siva fällt mit Rippenbruch und leichter Lungenverletzung für mehrere Wochen aus. Bereits gegen Ludwigsburg gab es für Mattisseck deshalb in dieser Saison die ersten Minuten in der BBL. In immerhin fast acht Minuten brachte es der 18-Jährige auf vier Punkte, blieb von der Freiwurflinie perfekt. 15,2 Punkte hat der Aufbauspieler in sechs Spielen für Lok Bernau erzielt und sein Potenzial angedeutet. An diesem Mittwochabend (18 Uhr) soll er es bei Lokomotiv Kuban Krasnodar abrufen. „Nach vielen Verletzungen“, sagt Aito Garcia Reneses, „ treten wir dort unter sehr schlechten Umständen an und müssen versuchen, die Probleme auszublenden.“

Erfahrene Spieler gefordert

Denn neben Siva und Joshiko Saibou fehlt weiterhin Dennis Clifford. Immerhin konnte Johannes Thiemann gegen Ludwigsburg sein Comeback feiern und in 13 Minuten eine aufsteigende Form zeigen. Die große Kunst wird einmal mehr darin bestehen, die Last auf alle Schultern zu verteilen. Wunderdinge sind von Mattisseck nicht zu erwarten, erst recht nicht die durchschnittlich elf Assists, die Siva in vier Eurocup-Spielen auf seine Mitspieler verteilt hat. In erster Linie wird Martin Hermannsson in der Verantwortung stehen, auch Stefan Peno muss sich steigern und weniger Fehler als zuletzt produzieren. Aber: Auch der Serbe ist erst 21 Jahre alt.

Es sind vor allem die erfahrenen Spieler gefordert. Niels Giffey etwa, der einzige noch im Kader befindliche Akteur, der unter Krasnodar-Trainer und Alba-Ikone Sasa Obradovic gespielt hat. Der Respekt ist jedenfalls groß: „Ich denke, uns erwartet eine ähnliche Spielweise wie die von Ludwigsburg. Wahrscheinlich noch etwas organisierter in Angriff und Defensive“, sagt Giffey.

In der Albas Gruppe B hat Krasnodar als einzige Mannschaft bislang alle vier Spiele gewonnen, ist sogar das einzige ungeschlagene Team im Eurocup. Die bisherige Bilanz von vier Niederlagen in vier Spielen gegen Krasnodar und die aktuelle Verletztensituation sind ebenfalls keine Mutmacher für Alba.