Ein Ja-Wort hatte Niels Giffey nach der Saison bereits gegeben. Vor gut zwei Wochen heiratete Alba Berlins Kapitän in den USA, um direkt im Anschluss in die Flitterwochen nach Asien zu fliegen. Viele Glückwünsche erhielt der 28-Jährige von seinen Fans. Mit jedem Tag aber wuchs deren Angst. Die Angst davor, dass Giffey sein zweites Ja-Wort nicht den Berlinern geben würde. Mit Bayern München wurde er in Verbindung gebracht, auch einen Wechsel ins Ausland befürchteten manche.

Alle Sorge sollte sich am Montag als unbegründet herausstellen: Giffey hat seinen Vertrag beim Deutschen Vizemeister verlängert, bleibt mindestens für die kommenden zwei Jahre. „Es ist toll, weiter für Alba und meine Heimatstadt Berlin zu spielen, und ich freue mich sehr auf die neuen Herausforderungen in der Euroleague“, wird Giffey in einer Vereins-Mitteilung zitiert.

Sehnsucht nach einem Titel

Gerade die Teilnahme an der stärksten Liga des Kontinents hatte Giffey stets als Ziel ausgegeben, wenngleich es den Anschein machte, dass gerade die drei vergebenen Titelchancen in der vergangenen Saison nicht ganz spurlos an ihm vorbeigegangen waren. Er hatte stets betont, dass er auch Titel gewinnen möchte. Dass mit Bayern München in den vergangenen Jahren ein schier unbesiegbarer Gegner im Kampf um Titel erwachsen ist, schien für Pessimisten ein Grund zu sein, weshalb der gebürtige Berliner nicht in seiner Heimat verlängern würde.

Doch sind es eben auch die sogenannten weichen Faktoren, die für einen Verbleib sprechen. Sportdirektor Himar Ojeda und Geschäftsführer Marco Baldi ist es gelungen, eine Mannschaft aufzubauen, die durchaus das Prädikat „besonders“ verdient. Die Teamchemie sucht im Geschäft Basketball ihresgleichen. Wo andere Vereine ihre Teams jährlich beinahe komplett austauschen, setzt man bei Alba auf Kontinuität. Das kommt bei den Fans wie Spielern an. „Dass ich zusammen mit dem Großteil meiner Mitspieler aus dem letzten Jahr in die kommende Saison gehen werde, bedeutet mir sehr viel“, sagt auch Giffey.

Beste Saison der Karriere

Auch wenn der Anführer in der abgelaufenen Spielzeit meist von der Bank kam, hat er die beste Saison seiner bisherigen Profikarriere gespielt. „Er hat sich bei uns sehr gut entwickelt – insbesondere in der vergangenen Saison, in der er einer unserer Leistungsträger war“, sagt Ojeda. Dessen Aufgabenliste ist mit dieser Verlängerung noch einmal kleiner geworden. Auf Spielerseite steht lediglich noch eine Verlängerung von Jonas Mattisseck aus. Anders als bei Trainer Aito Garcia Reneses, der nach seiner Augenoperation noch nicht weiß, ob er der Herausforderung einer Saison mit Bundesliga, Pokal und Euroleague gesundheitlich gewachsen ist, könnte zumindest der Verbleib des 19-jährigen Mattisseck auch in den kommenden Tagen vermeldet werden.