Die Zeit der Vorbereitung ist für die Spielerinnen des VfL Wolfsburg am Freitagabend vorbei.
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BerlinIn San Sebastián und Bilbao wird ab Freitag das Finalturnier der Champions League der Frauen unter einem strikten Hygienekonzept ausgespielt. Acht Klubs kämpfen auf neutralem Platz im K.-o.-Modus ab dem Viertelfinale um den begehrten Henkelpott – wie die Männer in Lissabon. Aufgrund der Corona-Pandemie sind keine Fans in den Stadien anwesend. 

Wann wird gespielt?

Das Turnier beginnt am Freitag (18 Uhr) mit den Viertelfinal-Duellen zwischen dem deutschen Double-Gewinner VfL Wolfsburg und Außenseiter Glasgow City sowie dem spanischen Kräftemessen zwischen Atletico Madrid und dem FC Barcelona. Am folgenden Tag (20 Uhr) fordert Bayern München analog zu den männlichen Kollegen Olympique Lyon heraus, parallel spielt der FC Arsenal gegen Paris St. Germain. Die Halbfinals werden am 25. und 26. August ausgetragen, das Endspiel um den Henkelpokal steigt am 30. August.

Wo wird gespielt?

Trotz der steigenden Corona-Fallzahlen in Spanien und Reisewarnungen beispielsweise in Deutschland hält die Europäische Fußball-Union (Uefa) an der Austragung im Baskenland fest. „Wir haben volles Vertrauen in die Uefa“, sagte Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der Wolfsburgerinnen, mit Blick auf die Durchführung des Turniers unter diesen besonderen Bedingungen. Gespielt wird im Estadio Anoeta von Real Sociedad San Sebastián und im San Mamés, der Heimspielstätte von Athletic Bilbao. Akute Schwierigkeiten hatte in der Vorbereitung Atletico Madrid, das in der vergangenen Woche fünf Corona-Fälle zu beklagen hatte.

Wie stehen die deutschen Chancen?

Der zweimalige Titelträger Wolfsburg (2013 und 2014) hat den vermeintlich leichteren Weg ins Finale (Halbfinale gegen Atletico/Barcelona). Bayerns schwierige Auftakthürde Lyon könnte den Triple-Jägerinnen erst im Finale begegnen, auch ein deutsches Endspiel wäre also möglich. Und auch bei der internationalen Konkurrenz mischen DFB-Spielerinnen mit: Beim Starensemble von Seriensieger und Titelverteidiger Lyon zieht Dzsenifer Marozsán die Fäden, Turid Knaak schloss sich jüngst Atletico an, Sara Däbritz läuft für PSG auf, und Leonie Maier verteidigt beim FC Arsenal.

Wie ist das Bundesliga-Duo drauf?

Als einzige Frauen-Liga Europas nahm die Bundesliga ihren Spielbetrieb trotz der Pandemie wieder auf, das könnte ein Vorteil in Sachen Spielpraxis und Eingespieltheit sein. Dafür gehen die anderen Teams ausgeruhter ins Turnier. Der VfL testete in der Vorbereitung erfolgreich gegen Eintracht Frankfurt (5:2), die Bayern verbuchten gleich drei Siege. Die Integration der neuen Kräfte scheint gut zu funktionieren.

Wo werden die Begegnungen übertragen?

Sport1 zeigt die Viertel- und Halbfinalspiele des Bundesliga-Duos live. Welcher Sender gegebenenfalls das Endspiel bei deutscher Beteiligung ausstrahlt, ist noch offen. Das Finale wird von der Uefa direkt vermarktet.

Gibt es abseits vom Modus Besonderheiten oder Regeländerungen?

Ja. Anders als beim Männer-Turnier durften die Klubs wegen der Corona-Auswirkungen im begrenzten Umfang auch Sommer-Zugänge nominieren. Sechs neue Spielerinnen dürfen jeweils im Kader sein, maximal drei von ihnen dürfen in dieser Saison der Königsklasse schon für einen anderen Viertelfinalisten aufgelaufen sein. Das führt zu kuriosen Konstellationen: So könnte die isländische Mittelfeldspielerin Sara Gunnarsdottir nach ihrem Wechsel von Wolfsburg zu Lyon theoretisch im Finale gegen das Team spielen, mit dem sie ins Viertelfinale eingezogen war. Zudem sind – wie seit dem Restart nach der Corona-Zwangspause geläufig – beim Turnier fünf Auswechslungen erlaubt.