Berlin - An Blick und abweisender Körperhaltung von Erling Haaland war der Gemütszustand bei Borussia Dortmund abzulesen. Wortlos verzog sich der Stürmer in die Winterpause. Aus Dortmunder Sicht war das Schweigen des umworbenen 21-Jährigen nach dem 2:3 bei Hertha BSC nicht so schlecht. Ein Treuebekenntnis hätte es an diesem Abend sicher nicht gegeben. Möchtegern-Verfolger des FC Bayern zu sein, damit wird sich Haaland vermutlich nicht mehr lange zufriedengeben.

Neun Punkte Rückstand in der Fußball-Bundesliga, glanzlose Donnerstagabende in der Europa League. Die Aussichten der Dortmunder auf die Rückrunde bieten kaum Argumente, um ihn vom Verbleib über den Sommer hinaus zu überzeugen. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke berichtete am Sonntag das „große Interesse“ von Real Madrid sei verbürgt.

Geht Erling Haaland? Bleibt er?

Der spanische Rekordmeister gehört zu den wenigen Klubs, die das Millionenpaket für Haaland bieten könnten. Watzke sagte: „Es kann sein, dass Erling geht, es kann sein, dass er bleibt.“ Einen Abgang schon im Winter hatte Sportdirektor Michael Zorc ausgeschlossen – vor der Niederlage im Olympiastadion.

Dort zeigte sich BVB-Trainer Marco Rose angefressen. Zwar betonte der 45-Jährige: „Nicht vergessen, wir sind Tabellenzweiter.“ Das mache die Niederlage aber auch nicht besser. „Der Grund ist, dass wir es zu selten schaffen, auf Top-Niveau bedingungslos Fußball zu spielen“, sagte der Coach.

Marco Rose zieht kritisches Fazit

Er spielte auf die Schlussphase im Berliner Olympiastadion an, als die Dortmunder nach dem 2:3-Anschlusstreffer auf den Ausgleich drängten und der Glaube daran vorhanden gewesen sei. Er erwarte einen derartigen Druck auf den Gegner von der ersten bis zur letzten Minute.

Watzke sagte, er habe sich schwarzgeärgert, weil sein Team „dieses Drecksspiel“ verloren habe. Die Frage nach einem Mentalitätsproblem, die Dortmund seit Jahren begleitet, lasse er aber nicht zu: „Wir müssen schauen, dass wir unter diesem Druck, immer mit den Bayern gemessen zu werden, nicht scheitern. Wir müssen auf uns gucken.“