Später Jubel: Tugay Uzan (3.v.l.) freut sich mit der VSG Altglienicke über den Siegtreffer gegen Auerbach.
Foto: Matthias Koch

BerlinVier Minuten, zwei Szenen und ein ganz anderer Ausgang. Es fehlte nicht viel, und die Woche wäre für die VSG Altglienicke  zu einer kompletten Nullnummer geworden. Das Spitzenspiel gegen Viktoria Berlin hatte sie bereits verloren und dann am Sonnabend auch fast noch eine Führung gegen den VfB Auerbach verspielt. Denn eigentlich hatten die Gäste in der 81. Minute beim Spielstand von 1:1 alles richtig gemacht. „Glänzend herausgespielt, ein toller Rückpass und dann hab ich ihn schon im Tor zappeln sehen“, sagte Karsten Heine im Rückblick auf den Fehlschuss von Aleksandrs Guzlajevs. Der wurde mustergültig bedient, verzog aus zentraler Position im Strafraum aber nicht nur knapp, sondern um einige Meter. Statt des 1:2-Rückstands sah Altglienickes Trainer keine vier Minuten später den 2:1-Siegtreffer von Tugay Uzan.

Zumindest für eine Nacht konnte die VSG die Tabellenführung der Regionalliga Nordost zurückerobern. Wenige Tage zuvor hatte sie die, nach zuvor drei Siegen zum Saisonauftakt, im direkten Duell an Viktoria verloren. Und fast genau 24 Stunden später holten sich die Lichterfelder am Sonntag ihre Spitzenposition zurück, gewannen bei Tennis Borussia am Sonntag. Mal wieder knapp mit 2:1 – zum vierten Mal im fünften Saisonspiel.

Während die beiden Berliner Teams ihre Form der Vorwochen auch am fünften Spieltag bestätigten, strauchelten zwei Verfolger. Chemie Leipzig kam nicht über ein 0:0 gegen den Berliner AK hinaus, der ZFC Meuselwitz nicht über ein 1:1 bei Lichtenberg 47.

So eine englische Woche geht an die Substanz. Und da zählt manchmal nur das reine Ergebnis. Ein „suboptimales Spiel nach vorne, viele Fehlpässe, Ungenauigkeiten“ seiner Mannschaft hatte Karsten Heine gegen Auerbach gesehen. Dabei gilt die VSG Altglienicke als eins der spielstärksten Teams der Liga, hat das vor allem im Landespokal, aber auch zum Saisonstart eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Unter intensiver Belastung aber unterliegen alle Mannschaften gewissen Schwankungen. Energie Cottbus etwa verlor nach dem 5:2 am Mittwoch in Auerbach am Sonntag im Heimspiel gegen Schlusslicht Germania Halberstadt, das bis dahin noch kein Spiel gewonnen hatte. Auch Carl Zeiss Jena feierte mit dem 3:0 gegen Hertha BSC II den ersten Saisonsieg. Der BFC Dynamo gewann nach durchwachsenem Saisonstart am Sonntag deutlich in Luckenwalde. Matthias Steinborn und Benjamin Förster ließen es beim 5:2 (3:0) des BFC Dynamo in Luckenwalde so richtig krachen. Vor der Pause zog Steinborn mit einem lupenreinen Hattrick (16./21./35.) in der hausinternen Torschützenliste mit Förster gleich. Der ließ sich in Durchgang zwei nicht lumpen, zog per Doppelpack (48./78.) wieder davon. Die Gegentore (52. Borowski/60. Rothenstein) fielen beim zweiten Auswärtsdreier der Spielzeit für die Weinrot-Weißen nicht wirklich ins Gewicht. Dynamo klettert auf Rang sieben.

Ganz oben aber hat es den Anschein, dass sich Viktoria und Altglienicke etablieren. Nicht immer klar und deutlich, sondern auch mal mit etwas Glück. Aber: „Wichtig ist es, dass man solche Spiele dann auch gewinnt“, sagte Heine nicht nur in der Pressekonferenz, sondern auch zu seiner Mannschaft. Nach einer anstrengenden Woche hat diese vor dem DFB-Pokal-Spiel am Sonnabend beim 1. FC Köln ein paar Tage frei.