Viktoria-Trainer Benedetto Muzzicato kann mit den ersten neun Spielen seines Teams zufrieden sein.
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BerlinAuf einmal wackelte der letzte Kegel doch noch einmal bedenklich. Mit einer beruhigenden 3:0-Führung im Rücken schien auch die eine oder andere ausgelassene Chance verschmerzbar zu sein. Alle Neune, der neunte Sieg im neunten Regionalliga-Spiel, waren doch im Prinzip bereits eingetütet. „Wir haben es selbst in der Hand und die Jungs machen das phasenweise auch überragend und dominant“, fand auch Benedetto Muzzicato ausschließlich lobende Worte für seine Mannschaft. Zumindest für die ersten 80 Minuten im Duell mit dem VfB Auerbach.

Dass der mit seinen zwei Treffern in der 80. und 86. Minute zum Anschluss kam und mit einer riesigen Chance in der Nachspielzeit fast sogar noch dafür gesorgt hätte, dass Viktoria Berlin zum ersten Mal in dieser Saison der Staffel Nordost Punkte hätte liegen lassen, beschäftigte den Trainer jedoch nach dem Spiel: „Wir müssen trotzdem daran arbeiten, dass das nicht dauerhaft passiert.“ Wenn man bislang an der Saison des Teams aus dem Südwesten der Hauptstadt etwas zum Mäkeln sucht, sind es wohl diese Phasen der Unaufmerksamkeit. Ansonsten aber scheint die Balance schon gefunden zu sein: 21 Treffer erzielt, nur Altglienicke (24) und der BFC (22) sind besser, und hinter Jena (7) die zweitwenigsten Gegentore (8) zugelassen. Bei voller Konzentration gegen Auerbach hätte der FC Viktoria in beiden Kategorien nach den nun neun Spieltagen genauso an der Spitze stehen können wie in der Gesamttabelle.

Einziger, ernsthafter Widersacher scheint in dieser Saison wohl weiter nur die VSG Altglienicke zu sein. Mannschaften wie der BFC Dynamo zeigen bislang einen zu unkonstanten Saisonverlauf. Nach einem Fehlstart mit zwei Niederlagen folgte ein Zwischenhoch mit sechs Spielen ohne Niederlage, aber jetzt eben auch wieder eine 2:3-Niederlage, bei der die Mannschaft von Christian Benbennek bei Energie Cottbus eine 2:0-Führung aus der Hand gab und nun als Fünfter der Tabelle bereits 13 Zähler hinter Spitzenreiter Viktoria liegt. Selbst der drittplatzierte FC Carl-Zeiss Jena hat nach der Absage des Spiels gegen den Bischofswerdaer FV, bei dem es einen positiven Corona-Fall gegeben hat, aktuell schon zwölf Zähler Rückstand, könnte selbst mit einem Sieg im Nachholspiel nur auf neun Punkte heranrücken.

Am kommenden Wochenende haben alle Teams etwas Zeit, um nach den vergangenen, teils englischen Wochen mit Spielen in kurzen Abständen etwas zu regenerieren und in den jeweiligen Landespokalen weiter an der Abstimmung zu feilen. Doch spricht im Moment viel dafür, dass sich auch in der Woche nach der Spielpause Viktoria Berlin und die VSG Altglienicke einen Zweikampf an der Spitze liefern werden. Mit dem 5:0-Sieg gegen Lok Leipzig hat die VSG am Sonntag einen Konkurrenten distanzieren können, und mit dem BFC wartet am nächsten Spieltag schon der nächste.