Jonas Müller freut sich darauf, demnächst wieder aufs Eis zu dürfen.
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BerlinOhne ein passendes Hygienekonzept geht aktuell nichts. Nachdem in den vergangenen Tagen verschiedene Sportarten vorgestellt haben, wie ein Comeback des Spiel- und Trainingsbetriebs im Spätsommer und Herbst aussehen könnte, präsentierten nun auch der Deutsche Eishockey-Verband (DEB) und die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) einen Leitfaden. All zu viel Konkretes lässt sich daraus allerdings nicht ablesen. „Jetzt sind die Klubs gefordert. Das Entscheidende muss jetzt vor Ort passieren“, sagte der am vorgelegten Konzept beteiligte DEL-Spielbetriebsleiter Jörg von Ameln am Donnerstag.

Für die Eisbären ist diese Erkenntnis nicht neu. Seit Wochen wird in der Geschäftsstelle daran getüftelt, das beste Konzept für Berlin zu entwickeln. „Wir setzen da richtig viel Manpower ein“, sagt Sportdirektor Stéphane Richer. Schließlich geht es nicht nur darum, im November im besten Fall wieder vor Fans zu spielen. Im Detail muss bereits ausgearbeitet werden, wie das Training aussehen soll. „Im September wollen wir mit dem Mannschaftstraining beginnen“, sagt Richer.

Bevor das passieren kann, müssen die Gesundheitsämter den Plan absegnen. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, ob sich die ganze Mannschaft in einer Kabine umkleiden kann. Zahlreiche EHC-Fans schauen den Profis gerne beim Training in Hohenschönhausen zu und jagen hinterher Autogramme. Auch das gilt es in einem solchen Konzept minutiös zu organisieren.

Für die Profis, die sich seit Wochen in Berlin auf die nächste Saison vorbereiten, soll es demnächst immerhin wieder möglich sein, individuell aufs Eis zu gehen. Zumindest ein kleiner Schritt zurück zur Normalität. Verteidiger Jonas Müller sagt: „Wir hatten viel Zeit, um an unseren Schwächen zu arbeiten. Aber es ist schon wichtig, dass es jetzt irgendwie weitergeht.“

Nicht nur körperlich waren die vergangenen Wochen und Monate sehr kräftezehrend. „Für die Jungs ist es natürlich auch eine Belastung, wenn sie nicht wissen, wie es weitergeht“, sagt Richer. Schließlich geht es nicht nur darum, dem Beruf und der liebsten Beschäftigung nachzugehen. Einige Szenarien zeichneten ein düsteres Bild für den Fall, dass der Eishockey-Betrieb nicht so weitergehen kann, wie man ihn bis zum 8. März kannte. DEB-Präsident Franz Reindl betonte immer wieder, dass es zwar gehen würde, die ersten Spiele ohne Zuschauer zu spielen. „Aber es geht nicht über einen längeren Zeitraum. Dann ist es wirtschaftlich unmöglich.“

Aber selbst die Vorbereitungen für einen Neustart mit Fans dürfte vor allem die kleineren Klubs an ihre Kapazitätsgrenzen bringen. Während die Eisbären immerhin auf die Expertise der Arena zurückgreifen können, wo es zum Standard gehört umzubauen und Besucherströme zu lenken, fehlt es in kleineren Hallen schlichtweg am Platz, um sich aus dem Weg zu gehen. Und das steht im Zentrum eines jeden Hygienekonzeptes.