„Das ist eine Falle“: Berlins Trainer Cedric Enard warnt seine Volleyballer

Die BR Volleys starten gegen Bulgariens Meister Hebar Pazardzhik in die Champions League. Der Klub hat in Europa keinen großen Namen – seine Profis aber schon.

Der sechshändige Block der BR Volleys packt im Spiel gegen Herrsching zu. Am Dienstag sind Berlins Volleyballer erstmals in der Champions League gefordert.
Der sechshändige Block der BR Volleys packt im Spiel gegen Herrsching zu. Am Dienstag sind Berlins Volleyballer erstmals in der Champions League gefordert.imago/O. Behrendt

Im Fußball gibt es diese Klubs, die um die Qualifikation zur Champions League mitspielen und fast nur durch ihre Namen auffallen: Diddeleng zum Beispiel, Shkupi oder Qarabag. Im Volleyball treten die BR Volleys am Dienstag (19.30 Uhr) zum Start in die Gruppenphase der Champions League gegen den Qualifikanten Hebar Pazardzhik an, das Team des bulgarischen Meisters und Pokalsiegers. Der Name des Klubs gehört in Europas Königsklasse ebenfalls nicht zu den geläufigen. „Aber das ist eine Falle“, sagt Volleys-Trainer Cedric Enard, dessen Team außerdem mit dem türkischen Meisterschaftszweiten Halkbank Ankara sowie Polens Vertreter Warta Zawiercie in einer Gruppe spielt. „Wenn man Hebar Pazardzhik nur nach dem Klubnamen beurteilt, kommt man in Schwierigkeiten. Wichtig ist, wer alles in dieser Mannschaft spielt.“

Vier ehemalige bulgarische Nationalspieler im Team

Der Champions-League-Modus sieht vor, dass nur die Erstplatzierten aus den fünf Vorrundengruppen direkt weiterkommen. Die Gruppenzweiten ermitteln zusammen mit dem besten Gruppendritten im Play-off-Modus die drei weiteren Viertelfinal-Teilnehmer. Russische Mannschaften sind erneut nicht für den Champions-League-Wettbewerb zugelassen, was die Chance für alle anderen erhöht, weit zu kommen. 

Die Partie gegen Pazardzhik wird dem deutschen Meister zeigen, was seine bisherigen sechs nationalen Pflichtspielsiege auf internationaler Ebene wert sind. „Deren Libero und der Außenangreifer sind ebenso frühere bulgarische Nationalspieler wie die Mittelblocker Nikolov und Yosifov. Hebar hat den deutschen Nationalspieler Simon Hirsch auf der Diagonalposition, dazu den Serben Petar Premovic“, warnt Trainer Enard. All diese Spieler seien international erfahrene, erfolgreiche Profis, die nun schon im zweiten Jahr zusammenspielen.

Durch die Qualifikationsspiele für die Champions League habe das Team zudem schon Wettkampfpraxis auf europäischer Ebene. „Da muss unsere Wachsamkeit hoch sein“, fordert Enard. Zumal Bulgarien im Volleyball zu den international erfolgreichsten Teams zählt. In der Weltrangliste liegen die Bulgaren auf Rang sechs deutlich vor Deutschland auf Platz zehn.

Hebars Diagonalangreifer Hirsch spielte vorige Saison noch beim VfB Friedrichshafen – und war Gegner seines heutigen Teams. Friedrichshafen unterlag Pazardzhik in Bulgarien mit 2:3. Damals hatte Hebar zum ersten Mal überhaupt die Gruppenphase der Champions League erreicht. Das Rückspiel ging mit 3:0 an Friedrichshafen, da dem bulgarischen Meister bei der Rückkehr eine Quarantäne und damit der Ausschluss aus dem Pokal gedroht hätte. Pazardzhik verzichtete auf die Reise nach Deutschland. Jetzt ist das Team mit seinen Spitzenkräften Gast in der Max-Schmeling-Halle.