Ruben Schott, der 1,92 Meter große Außenangreifer, ist bei den Medienvertretern in diesen Tagen ein gefragter Mann. In Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Slowenien finden derzeit die Vorrundenspiele der Europameisterschaft statt, und Schott zählt zu den Leistungsträgern in der Auswahl des deutschen Volleyball-Verbandes. Schon bei der 0:3-Niederlage zum Auftakt gegen Serbien war er einer der wenigen Lichtblicke, beim 2:3 gegen Belgien führte seine Einwechslung dazu, dass Deutschland noch einmal zurück ins Spiel fand. Und beim Spiel gegen Österreich überzeugte er im Besonderen mit wirkungsvollen Aufschlägen. „Ich versuche zu helfen, wo ich kann und viel Energie ins Spiel zu bringen. Bisher bin ich mit meiner Leistung zufrieden“, sagt Schott.

Schotts Rolle wächst

Schon seit 2016 gehört er zum Kreis der Nationalmannschaft und war ein Jahr später Teil des Teams, das die Silbermedaille bei der EM holte – da fungierte er aber hauptsächlich als Einwechselspieler. Auch weil mit Moritz Karlitzek, Denis Kaliberda und Moritz Reichert drei seiner Konkurrenten verletzungsbedingt noch nicht in Topform sind, könnte das bei der diesjährigen Ausgabe anders werden. Zuletzt schenkte Bundestrainer Andrea Giani dem 25-Jährigen das Vertrauen, das er zurückzahlte.

Nach dem Sieg gegen Österreich rangieren die deutschen Volleyballer in der Gruppe B auf dem vierten Platz, der zum Weiterkommen berechtigen würde. Gegen die Außenseiter aus der Slowakei (Mittwoch/17.30 Uhr/Sport1+) und Spanien (Donnerstag/17.30 Uhr/Sport1+) sollen zwei weitere Siege folgen, um Selbstvertrauen für die K.-o.-Runde zu tanken, wie Schott sagt.

Seine Entwicklung zum Leistungsträger ist nur konsequent. Über die Ausbildungsvereine VC Olympia Berlin und CV Mitteldeutschland avancierte der Berliner in seiner Zeit bei den Volleys zum Stammspieler. 2017 verabschiedete sich Schott aus seiner Heimatstadt, wagte den Schritt ins Ausland. „Ich komme aus Berlin, bin da aufgewachsen“, erzählt er am Telefon, „da war es für mich persönlich wichtig, mal weg von zuhause, von meiner Familie und meinen Freunden zu kommen, und ganz auf sich alleine gestellt zu sein.“

Vom Küken zur Stammkraft

Sportlich lief es bei seiner ersten Auslandsstation in Mailand noch durchwachsen, Schott erhielt nur wenig Einsatzzeiten. Er wechselte an die Ostsee, zu Trefl Gdansk. Beim polnischen Champions-League-Vertreter spielte Schott fast ausschließlich durch. „Das hat mir Selbstvertrauen gegeben“, sagt er, „in Berlin war ich immer das Küken und konnte befreit aufspielen. In Danzig wird mehr erwartet, da ist der Druck größer.“ Druck, den er gerne annimmt: „Ich möchte die letzte Saison noch einmal bestätigen und konstant auf einem guten Niveau spielen. Damit auch andere Vereine wissen, was sie an mir haben könnten.“ Es wäre der nächste Schritt auf der Karriereleiter.