Haben das Halbfinale erfolgreich bewältigt: die Berlin Volleys.
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BerlinDer Pokal gehörte bei den BR Volleys bisher nicht unbedingt zu den favorisierten Wettbewerben, oft schieden sie unerwartet früh aus oder hatten Lospech. Im kommenden Februar werden die Berliner nun erstmals nach 2016 wieder Gelegenheit bekommen, Pokalsieger zu werden: Am Sonntagabend feierten die BR Volleys im Halbfinale gegen die WWK Volleys Herrsching vor 2 506 Zuschauern einen souveränen 3:0-Erfolg (25:17, 25:21, 25:17) und zogen ins Endspiel von Mannheim ein. Dort geht es gegen Düren. „Wir haben unsere Aufgabe heute souverän gelöst und auch der Drucksituation im zweiten Satz standgehalten. Es ist ein super Gefühl, dieses erste große Saisonziel erreicht zu haben“, sagte Kapitän Moritz Reichert.

Im Viertelfinale mit Rekordmeister VfB Friedrichshafen den vermeintlich schwersten Gegner aus dem Weg geräumt, im Halbfinale ein Heimspiel zugelost bekommen – die Berliner hatten die besten Voraussetzungen für den Finaleinzug. Trotzdem waren sie gewarnt, gab es doch an Herrsching ungute Pokal-Erinnerungen: 2017 gab es diese Konstellation schon mal, damals schieden die Berliner im Viertelfinale nach 2:0-Führung in eigener Halle noch aus. 743 Tage später wollten sie es besser machen – und das gelang in beeindruckender Manier.

Nahtlos knüpften die Volleyballer gegen den Klub vom Ammersee an die überzeugende Leistung in der Champions League an, starteten fokussiert und entwickelten enormen Druck im Aufschlag und in der Block-Feldabwehr. Auch wenn Gäste-Trainer Maximilian Hauser mithilfe einiger Wechsel noch versuchte, Einfluss auf das Spiel seiner Mannschaft zu nehmen: Aufseiten der BR Volleys klappte nahezu alles.

Wichtige Woche für die Berliner

Trotz frühen Rückstands bewies der Tabellenfünfte der Volleyball-Bundesliga aber, warum er gegen jeden Liga-Konkurrenten außer Berlin Punkte geholt hat und zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren im Pokal-Halbfinale stand. Mitte des zweiten Satzes ging Herrsching in Führung – es sollte die Letzte bleiben. Es spricht für die Qualität der Berliner, sich von zwischenzeitlichen Ungenauigkeiten nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Statt den ersten Satzverlust vor heimischem Publikum hinnehmen zu müssen, eine 2:0-Führung – der Widerstand der Herrschinger war gebrochen.

Reichert brachte sein Team mit einer Aufschlagsserie auf die Siegerstraße, der eingewechselte Kyle Ensing verwandelte den Matchball. Trainer Cedric Enard lobte: „Wir wollten unbedingt mal wieder nach Mannheim, der Fokus war bis auf in Teilen des zweiten Satzes durchweg da. Vor allem im dritten Satz haben wir taktisch genauso gespielt, wie wir wollten.“ Sein Blick richtete sich danach schnell nach vorne: Mit den Auswärtsspielen in der Champions League gegen den russischen Meister Fakl Novi Urengoi und in der Bundesliga gegen Friedrichshafen steht eine wichtige Woche bevor.