Will vor seinen Athleten nicht unfit wirken: Trainer André Höhne.
Foto: Imago Images/Jan Hübner

BerlinFrüher, als André Höhne noch Geher gewesen ist, war das Laufen für ihn eine willkommene Erholung. „Wenn an einem Tag 30 Kilometer Gehen dran war und am nächsten vielleicht 35 Kilometer, dann war man schon froh, wenn man sich mal anders bewegen konnte bei einem 10- oder 15-Kilometer-Lauf, denn das Gehen ist ja schon eine sehr atypische Bewegung“, sagt Höhne. Seit 2017 ist der 42-Jährige beim Deutschen Leichtathletik-Verband als Bundestrainer für den Langstreckenlauf der Männer angestellt. 

Heute joggt der dreimalige Olympiateilnehmer, der 2009 bei der Leichtathletik-WM in Berlin Platz fünf über 50-Kilometer-Gehen belegte, und 2005 bei der WM in Helsinki Vierter war, immer noch gern, „weil es Spaß macht, weil ich den Athleten als Trainer ein Vorbild sein und einen gewissen Fitness-Zustand haben will“. Höhne sagt, er liebe es, im Berliner Umland zu laufen, einfach in die Schorfheide zu fahren, querfeldein durch den Wald zu joggen oder von Bernau aus durchs Barnimer Umland.

In Berlin führt die Laufrunde von Höhne und seinen Athleten vom Sportforum in Hohenschönhausen um den Faulen See. 1,6 Kilometer durch das Parkgelände, beliebig oft wiederholbar. „Dort kann man den Alltagsstress auch vergessen, weil man gar nicht das Gefühl hat, in der Stadt zu sein“, sagt Höhne.

Auch ihm ist aufgefallen, dass die Corona-Zeit mehr Menschen zum Laufen gebracht hat. Menschen mit unterschiedlichen Stilen: „der Vorfußläufer, den Ganzfußläufer und der Platscher, der hinten auf der Ferse läuft“. Höhne freut sich, dass die Laufbewegung in den zurückliegenden Corona-Monaten neue Anhänger gefunden hat, aber manchmal würde er sich wünschen, dass sich der ein oder andere Freizeitsportler besser aufs Laufen vorbereitet: „Kraft- und sensomotorische Übungen für die Fußgelenke sind wichtig, ebenso wie anfangs nicht zu schnell anzugehen.“ Radfahren, um Herz und Kreislauf in Schwung zu bringen wäre für Anfänger eine gute Alternative, findet der Bundestrainer, „so sind dann oft schon ein, zwei Kilo runter verbrannt, ohne die läuft es sich schon leichter“.

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