BerlinSo langsam  sollte man sich die Frage stellen, ob die TSG Hoffenheim in der Bundesliga eigentlich vermisst würde, wenn sie am Ende dieser Saison abstiege. Kein unwahrscheinliches Szenario nach dem 1:3 gegen den SC Freiburg. Nur fünf Punkte Abstand zur Abstiegszone, ein Negativlauf, welcher der Pechmarie alle Ehre machen würde; und sollten die designierten Untergangskandidaten aus Gelsenkirchen, Mainz und Bielefeld unerwarteterweise anfangen, gelegentlich zu punkten, könnte es so eng werden wie 2013 und 2016, als nur Relegation und Nagelsmann den Absturz verhinderten.

Als liebstes Feindbild hat die TSG ja weitgehend ausgedient, seit RB Leipzig nicht nur in dieser Hinsicht locker vorbeizog und Vereinsmäzen Dietmar Hopp in Corona-Zeiten als nationaler Impfkönig sein Image gewaltig aufpolieren konnte, auch wenn sein Curevac-Produkt noch ein wenig hinterherhinkt. Was bleibt dann noch, sportlich war Hoffenheim schließlich meist mehr graue Maus als frecher Parvenü. Gäbe es eine Trophäe für den meistgehassten Fußballklub mit dem geringsten Erfolg, der traditionsreiche Vertreter aus dem Neckarland wäre absoluter Spitzenkandidat. Tradition, versteht sich, als Turnverein, Fußball kam ja erst 1945 dazu, was für BVB-Fans ungefähr gestern Abend war. Die Dortmunder Anhänger wären wohl auch als einzige traurig, wenn sie fortan auf ihr geliebtes Hopp-Fadenkreuz-Motiv verzichten müssten.

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