Durchaus luxuriös: das Trainingslager-Domizil des 1. FC Union im bayerischen Bad Wörishofen.
Foto: Matthias Koch

Bad WörishofenNobel geht die Welt zugrunde. In dem zur Steigenberger-Gruppe gehörenden Fünf-Sterne-Domizil „Der Sonnenhof“ steigen die Eisernen nun bis zum 25. August ab. Die Doppelzimmer sind um die 280 Euro zu haben. Pro Nacht versteht sich. Und auch wenn es für die Profis des 1.FC Union sicherlich Sonderrabatte gegeben hat, die Zeiten, in denen jeder Pfennig bei den Eisernen zweimal umgedreht werden muss, scheinen für den Bundesligisten endgültig passé. Aber der durch den berühmten Pfarrer Sebastian Kneipp weltbekannte Kurort Bad Wörishofen ist ja beileibe nicht die schlechteste Wahl, wenn man sich in aller Ruhe für das Ziel erneuter Klassenerhalt einschwören und vorbereiten will. Denn „nur darum geht es“, hatte Trainer Urs Fischer nach dem jüngsten Testspiel betont.

Dabei sollte man aber nicht als Omen nehmen, dass die SG Sonnenhof Großasbach im Vorjahr hier im Unterallgäu die Sommervorbereitung auf dem Gelände des Kreisklassenklubs FC Bad Wörishofen bestritten hat. Denen war ja in der Dritten Liga mit dem Abstieg am Ende der Spielzeit bekanntlich nicht ganz so viel Glück beschienen. Aber das muss nichts heißen, denn es gastierten hier schon ganz andere Klubs, die ihre Ambitionen am Saisonende erfüllt sahen: der 1. FC  Nürnberg, Borussia Mönchengladbach oder der AS Monaco sowie auch Fenerbahce Istanbul. Und das auf einer Anlage, bei der der Rasen nach dem Saisonabbruch der Amateurspielklassen in Bayern so richtig schön grün ist, der aber mit reichlich von dem aufwarten kann, was im Volksmund blumig gern als „frische Landluft“ umschrieben wird. Die olfaktorische Wahrnehmung ist also von güllegetränkten Felder rund um die Sportanlage bestimmt. 

Nun trainiert also auch der 1. FC Union da, der nach einem Flug über München am frühen Nachmittag in dem 13.000-Einwohner-Städtchen im Steigenberger eintrudelte. Vorneweg Zugang Max Kruse, dann seine Kollegen, darunter Lennart Moser. Wenig später auch Trainer Urs Fischer. Zimmerschlüssel in Empfang nehmen und verschwinden war eins. Danach traf sich der Union-Tross zum gemeinsamen Essen.

Zumindest eins aber blieb den meisten Profis nach der Ankunft noch erspart. Nur eine kleine Trainingsgruppe musste die Luft rund um die Trainingsplätze schnuppern. Das steht dem kompletten Team erst in den nächsten Tagen bevor. Wie auch zwei Testspiele, bei denen aber weder die Gegner noch die Spielorte bereits bekannt geworden sind. Athletik- und Fitness-Trainer Martin Krüger bat die Herrn Profis zu einem kleinen Läufchen entlang des unmittelbar vor dem Hotel gelegenen Kurparks.  Ein bisschen die Knochen ausschütteln als lockerer Aufgalopp. Man muss kein großer Prophet sein, um zu sagen, dass es in den kommenden acht Tagen etwas weniger beschaulich zugehen wird.