Am Tag vor dem Derby an der Alten Försterei war vieles anders bei Hertha BSC. Auf dem Hof vor der Geschäftsstelle wurden Rostbratwürste für 1,50 Euro verkauft und Berliner Kindl, der halbe Liter, für schlappe 2,50 Euro. Auf Holzbänken saßen Fans, die das Glück hatten, ein Ticket für das Stadtduell beim 1. FC Union ergattert zu haben. Sie konnten am Freitagnachmittag ihre wertvollen Eintrittskarten abholen. Aus einem blau-weißen Verkaufswagen verteilte der Ur-Herthaner Helmut Friberg die Tickets an die harten Fans aus der Ostkurve. Friberg hat bislang sagenhafte 695 Auswärtsspiele der Hertha live erlebt. Das Match an der Alten Försterei geht aber nicht in seine persönliche Statistik ein. Er sagt: „Das ist doch Berlin!“

Treffpunkt: Friedrichshain

Viele der Anhänger, die ihre Karten auf dem Hertha-Gelände abholten, durften danach das nicht-öffentliche Abschlusstraining der Mannschaft beobachten, auch um das Team noch mal emotional zu pushen. Insgesamt werden 2 400 Fans die Hertha nach Köpenick begleiten. Viele wollen sich am Sonnabend um 14 Uhr am Boxhagener Platz in Friedrichshain treffen, um dann gemeinsam mit der S-Bahn Richtung Wuhlheide zu fahren.

Cheftrainer Ante Covic trug während der Pressekonferenz ein schwarzes T-Shirt mit einem großen Logo auf der Brust: „Wir sind ein Berliner!“ Der 44-Jährige schildert die Stimmung innerhalb der Mannschaft so: „Nach dem hoch emotionalen Pokalspiel gegen Dynamo Dresden saßen alle nach 120 Minuten und dem Elfmeterschießen erschöpft aber glücklich in der Kabine. Wenn ich gefragt hätte, wer schon drei Tage später das Derby spielen wolle, wären alle Hände sofort hoch gegangen. Jeder will an der Alten Försterei spielen, alle sind heiß.“ Dass Hertha nach den Duellen im DFB-Pokal einen Tag weniger Zeit zur Regeneration besaß als der 1. FC Union, spielt für Covic keine Rolle. „Unser Akku ist zu hundert Prozent voll, die Bereitschaft der Jungs enorm. Jeder weiß, dass ein sehr emotionales Spiel vor uns steht.“

Gewohnte Abläufe

Der Trainer hält an gewohnten Abläufen fest. Am Freitagabend ging die Mannschaft ins Hotel, am Sonnabend werde man rechtzeitig nach Köpenick aufbrechen. „Etwa 75 Minuten vor Anpfiff sind wir im Stadion“, sagt Covic. Details zu seiner geplanten Aufstellung nach dem kräftezehrenden Fight gegen Dresden gab Covic nicht preis.

Manager Michael Preetz gab zu, dass die Anspannung auf beiden Seiten groß sei. Er empfahl seiner Mannschaft bei allen Emotionen auf dem Platz auch ein „kaltes Herz“ zu zeigen, „das tut in solch einem Derby gut.“