Fünf Spiele hat TeBe bereits in der Oberliga bestritten, 13 Zähler auf dem Konto und bislang noch keinen Gegentreffer hinnehmen müssen. „Wir sind selbst total überrascht davon“, sagt Trainer Daniel Volbert.

Wenn sein Team am Freitagabend den punktgleichen Tabellenführer Union Fürstenwalde empfängt, erwartet der 43-Jährige ein Spiel „mit dem man Werbung für Amateurfußball machen kann“. Anders als die Berliner zählten die Brandenburger von Anfang an zu den Favoriten. „Die sind wahnsinnig gut strukturiert in ihrer Arbeit“, sagt der Coach. „Die trainieren noch häufiger als wir.“ Bei Tebe sind es vier Einheiten pro Woche.

So um die 1000 Zuschauer werden ins Mommsenstadion kommen, wenn hier zum ersten Mal in dieser Saison ein Flutlichtspiel stattfindet. „Dieser Verein versprüht eine besondere Aura“, sagt Volbert, der zugleich als Sportlicher Leiter tätig ist. Selbst bei Auswärtsspielen, gehen 100 bis 200 Fans mit auf Tour.

Die Defensive beginnt im Sturm

Zum TeBe-Kult zählt auch Michael Fuß, 38. Er ist einer der treffsichersten Mittelstürmer des Berliner Amateurfußballs mit 193 Toren in 385 Spielen. Und auch wenn er nicht mehr regelmäßig zum Einsatz kommt, sondern vor allem als Assistent das Team berät, ist sein Einfluss enorm. „Er hat ein wahnsinniges Auge für Spielsituationen, was er sagt, ist in Stein gemeißelt“, sagt Volbert, der Fuß jederzeit bringen könnte, falls sich einer der Stürmer verletzt. „Er ist immer noch topfit.“

Das gilt für die gesamte Mannschaft. Bereits in der vorigen Saison stellte TeBe die beste Verteidigung der Liga, „weil wir mit unserem Angriffspressing den Gegner vom Tor weghalten“, wie Volbert erklärt. Verteidigung beginnt im Sturm. Und sollte mal ein Gegenspieler vors Tor kommen, kann man sich auf Keeper Niko Varrelmann verlassen, der vom BFC Dynamo kam.

Mit Lennart Hartmann steht zudem seit 2014 ein Mann im Kader, der einst als eines der größten Talente bei Hertha BSC galt. Er bestritt allerdings nur drei Bundesligaspiele. Dann bekam die Karriere einen Knick, inzwischen ist er Jurist, der sich mit Fußball fit hält. „Eigentlich war die sechste Liga zu schlecht für ihn“, sagt Volbert, „aber wir konnten ihm ein Umfeld bieten, in dem er sich wohlfühlt.“ Aura eben.

Vor allem ist Volbert froh, dass die Altlasten allmählich verschwinden. 2000 und 2010 musste TeBe Insolvenz anmelden, „weil an dem Verein echte Verbrechen begangen wurden“, wie er sagt. Er meint gebrochene Versprechen von Sponsoren wie der Göttinger Gruppe. „Als ich vor eineinhalb Jahren hergekommen bin, stand immer noch die Couch von Mirko Slomka (2000 TeBe-Trainer; d. R.) rum, an den Wänden hingen Göttinger-Plakate“, erinnert sich Volbert. Inzwischen habe man sich davon getrennt, den Kabinentrakt neu gestrichen. Dass die Mannschaft den Neuanfang mitträgt, hat märchenhafte Züge.