Berlin - Die Aussichten für die Eisbären könnten aktuell besser kaum sein: Souverän führen die Berliner die Norddivision der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) an. Und am Mittwoch sind die Krefeld Pinguine zu Gast in der Arena am Ostbahnhof (18.30 Uhr, MagentaSport), ein Gegner, der den Eisbären bislang besonders lag. 16:3 lautet die Tordifferenz nach den bisherigen drei Partien, Gefahr für den Hauptstadtklub kam dabei nie auf.

Angesichts dieser Entwicklung überraschte am Dienstag die Nachricht, dass Verteidiger Stefan Espeland den Verein verlassen wird. Der 31 Jahre alte Norweger war ja im Sommer erst zusammen mit Mittelstürmer Mark Zengerle von den Fischtown Pinguins aus Bremerhaven zum EHC gewechselt. Fünf Torvorlagen hatte er nach 14 Partien beigesteuert. Dennoch waren sich der Spieler und die EHC-Offiziellen einig darin, dass sich beide Seiten mehr versprochen hatten von diesem Engagement.

„Leider konnte Stefan weder seine eigenen noch unsere Erwartungen erfüllen, und so kam er mit dem Wunsch auf uns zu, den Verein mit sofortiger Wirkung wechseln zu dürfen“, sagt Sportdirektor Stéphane Richer. „Er war unzufrieden mit seiner Situation und hat die Chance, in einer anderen Mannschaft mehr Eiszeit zu erhalten. Wir sind seinem Wunsch nachgekommen.“

Nachdem Constantin Braun Anfang Dezember per Leihgabe zum kommenden Gegner Krefeld wechselte, Leon Gawanke von seinem NHL-Arbeitgeber Winnipeg Jets zurück nach Nordamerika beordert wurde und nun Espeland zum EC Red Bull Salzburg geht, gehören nur noch sechs Abwehrspieler zum aktuellen Kader. Es ist also davon auszugehen, dass die Eisbären auf dem Transfermarkt noch mal tätig werden. Drei Ausländerlizenzen sind ja noch frei.

Mark Olver kehrt zurück

Dennoch wird der Fokus gegen Krefeld wohl wieder auf der Offensive liegen, in der Mark Olver nach überstandener Schnittwunde wieder mitwirken kann. Beim 4:1 in Iserlohn traf Leo Pföderl im neunten Spiel hintereinander. Klublegende Steve Walker und Sean Backman, der zwar weiterhin im EHC-Kader steht, aber immer noch mit den Folgen einer Gehirnerschütterung zu kämpfen hat, hielten zuvor den Rekord mit sieben Treffern in Serie.

Und auch Marcel Noebels ist drauf und dran, eine neue Bestmarke zu setzen. Der wertvollste Spieler der Vorsaison hat in 13 Spielen am Stück gepunktet, sollte er am Mittwochabend nachlegen, ist er auch hier alleiniger Rekordhalter.

Bei diesen Werten geht fast unter, dass im Zentrum der erst 18 Jahre alte Lukas Reichel spielt, der beste Werbung in eigener Sache macht. Nachdem er beim vergangenen NHL-Draft von den Chicago Blackhawks in der ersten Runde gezogen wurde, soll er sich in dieser Saison weiterentwickeln und für den Sprung nach Nordamerika empfehlen.