Weiter mit Abstand und nicht mehr als 5000 Anwesenden: Der Berliner Senat bleibt bei den bestehenden Regeln für Bundesligaspiele.
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BerlinDer Berliner Senat hat einer größeren Kulisse bei Heimspielen von Hertha BSC im Olympiastadion eine klare Absage erteilt. Der Fußball-Bundesligist darf wie Lokalrivale Union Berlin im Stadion an der Alten Försterei unverändert vor maximal 5000 Menschen spielen. Eine mögliche Änderung der Corona-Verordnung wurde vom Senat am Dienstag vertagt. „Mit steigenden Infektionszahlen wird es schwierig zu begründen, warum in manchen Bereichen die grundsätzlichen Regelungen und Zahlen nicht gelten sollen. Deswegen ist heute kein Beschluss gefasst worden“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop.

Beim Saison-Heimauftakt am Freitagabend (20.30 Uhr) in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt hatte die Hertha ohnehin noch mit der weiter gültigen Obergrenze geplant. Schon für das nächste Heimspiel am 17. Oktober gegen den VfB Stuttgart hofft man aber weiterhin auf eine Anhebung auf die für andere Bundesliga-Clubs gültigen 20 Prozent der Stadionkapazität, wie der Verein am Dienstag auf Anfrage mitteilte. „Natürlich freuen wir uns, sollte die Verordnung wie in anderen Bundesländern angepasst werden“, sagte ein Klub-Sprecher.

Unabhängig davon hatte Hertha BSC fast zeitgleich zur Senatsverkündung getwittert: „Unser erstes Heimspiel steht vor der Tür: endlich wieder mit euch im Rücken.“ Seit der Corona-Zwangspause hatten die Berliner nur Geisterspiele bestreiten können.

„Ich glaube, in der jetzigen Situation sollten wir eher gucken, dass wir das konsolidieren, was wir haben, und keine Extragenehmigungen noch möglich machen“, sagte Grünen-Politikerin Pop. Die Berliner Corona-Verordnung verbietet bis zum Jahresende Veranstaltungen im Freien mit mehr als 5000 zeitgleich Anwesenden. Pop betonte, dass bei einer Sonderregelung für den Sport auch Kongresse und Messen eine Aufweichung einfordern könnten. Sie kündigte allerdings weitere Beratungen in der kommenden Woche an.

Am vergangenen Dienstag hatten sich die Chefs der Staatskanzleien auf einen bundesweiten sechswöchigen Testbetrieb mit Zuschauern unter Corona-Bedingungen geeinigt. Die Grenze liegt demnach vorbehaltlich anderer Länderregelungen bei 20 Prozent der jeweiligen Stadionkapazität. Im Falle von Hertha BSC hätten 14.895 Besucher die Tore des 74.475 Zuschauer fassenden Olympiastadions passieren dürfen, also fast dreimal so viel wie nun weiterhin möglich.

Für Union Berlin hätte die Regelung kaum Veränderungen herbeigeführt, da das Stadion an der Alten Försterei 22.012 Plätze bietet und somit 4400 Zuschauer ins Stadion dürften. Beim Bundesliga-Auftakt am Sonnabend waren beim 1:3 gegen den FC Augsburg laut Vereinsangaben die zugelassenen 5000 Anwesenden in der Arena, inklusive Mannschaften, Medien und Organisationspersonal.

Die Eisernen wollten sich am Dienstag zum Senatsbeschluss nicht äußern. Tags zuvor hatte Klubpräsident Dirk Zingler in einem Interview mit dem ARD-Hörfunk noch einmal erklärt, dass die Unioner weiter an den Plänen festhalten, künftig wieder in einem vollen Stadion zu spielen. Er bekräftigte, der Verein wolle am 25. Oktober „eine Veranstaltung ohne Abstand und mit präventiven Tests durchführen. Fußball mit Abstand und Maske funktioniert nicht. Wir müssen Veranstaltungsformate finden, wo ein Abstand nicht notwendig ist. Und deshalb werden wir intensiv daran arbeiten, mit präventiven Tests die Menschen wieder ohne Abstand zu Veranstaltungen kommen zu lassen.“