Berlin - Ein Spiel in den diesjährigen Play-offs ist bislang erst absolviert – und schon haben die Eisbären Berlin den ersten Titel ergattert. Keineswegs für den 2:1-Sieg gegen die Kölner Haie zum Auftakt der Viertelfinalserie. Und eigentlich ist es auch eine Auszeichnung von eher individueller Natur. Dass Serge Aubin am Montag zum Trainer des Jahres in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ernannt wurde, hat er natürlich aber auch seiner Mannschaft zu verdanken, die wiederum von ihrem Trainer zusammengestellt und durch die Hauptrunde gesteuert wurde. Eine Jury, bestehend aus Verantwortlichen aller DEL-Klubs, Experten von MagentaSport und der DEL sowie der Redaktion des Magazins Eishockey-News, kam jedenfalls zur Einschätzung, dass diese Arbeit in dieser Saison keinem Trainer so gut gelungen ist wie dem 47 Jahre alten Kanadier. „Ich freue mich und bin unglaublich stolz auf die Auszeichnung“, sagte Aubin.

Die Grundlage für diese Entscheidung der Jury dürfte aber nicht ausschließlich die abgeschlossene Hauptrunde, die die Berliner als bestes Team beendeten, gebildet haben. Seit 2019 ist der Kanadier bei den Eisbären im Amt und hat die Mannschaft mit einer Mischung aus besonnener Art und akribischer Arbeit Stück für Stück entwickelt. Nur zu gerne hätte man schon gesehen, was er mit den Eisbären im Frühjahr 2020 in den Play-offs hätte erreichen können, wäre die Saison nicht durch die Corona-Pandemie nach der Hauptrunde vorzeitig abgebrochen worden.

Dennoch hatte er in diesem ersten Jahr in Berlin den Grundstein für den Gewinn der deutschen Meisterschaft in der vergangenen Spielzeit gelegt und kann in dieser Saison bislang erfolgreich darauf aufbauen. Dass die Eisbären als bestes Team der Hauptrunde in die Play-offs gegangen und dort der große Favorit auf die Titelverteidigung sind, haben sie zu großen Teilen der Arbeit ihres Trainers zu verdanken.

Der Moment der Freude ob dieser Auszeichnung war allerdings nur ein kurzer. Stattdessen galt der Fokus am Montag lediglich der kommenden Aufgabe in den Play-offs. Den Sieg vom Sonntag habe er abgehakt, am Dienstagabend (19.30 Uhr/MagentaSport) beim zweiten Spiel der Serie in Köln „wollen wir das Momentum aufrechterhalten“, sagte Serge Aubin. Auf das Kölner Spiel sieht er seine Mannschaft gut vorbereitet: „Was immer unser Gegner vorhat, wir sind bereit dafür.“

Seine Spieler haben im Laufe der Hauptrunde oft genug bewiesen, dass sie mit jedem Gegner klarkommen und über ausreichend Lösungen für unterschiedliche Spielideen verfügen. Und dass es am Sonntag beim 2:1-Sieg im letzten Drittel noch einmal knapp wurde, muss nichts sein, das bei den Eisbären Sorgen hervorruft: „Das war noch einmal eine gute Erinnerung daran, dass ein Spiel 60 Minuten dauert.“