BerlinWer beschenkt wird, muss auch mal selber was verschenken – wer bereits drei Tore mustergültig aufgelegt bekommen hat, darf auch selber mal eins vorbereiten. Dachte sich offensichtlich Linus Meyer am Sonntagnachmittag im Heimspiel der VSG Altglienicke gegen Drittliga-Absteiger FC Carl Zeiss Jena. Alle drei Tore hatte Meyer in der ersten Halbzeit erzielt und damit maßgeblichen Anteil daran, dass sein Team mit einer 4:1-Führung in die Kabine ging. Den dritten Treffer hatte Tolgay Cigerci aufgelegt, und bei dem bedankte sich Meyer nach dem Seitenwechsel mit einem Ballgewinn und einem Pass, sodass der sein zehntes Saisontor erzielen konnte. Dass Jena quasi im Gegenzug auf 2:5 verkürzen konnte – egal, angesichts der Tatsache, dass Altglienicke das Ergebnis problemlos über die verbleibende Spielzeit brachte und sich in die Zwangspause verabschiedete.

499 offiziell anwesende Zuschauer

Die offiziell 499 anwesenden Zuschauer bekamen noch einmal all das geboten, wofür die VSG derzeit steht:  Offensivspektakel mit schön herausgespielten Toren. Wenngleich der Treffer von Christian Skoda in eine ganz eigene Kategorie gehörte. Nach einer Balleroberung auf Höhe der Mittellinie zog der 30-Jährige im Mittelkreis einfach mal ab und traf zum zwischenzeitlichen 3:0 (27.) – ein Sonntagsschuss am Sonntagnachmittag, ein Treffer vom Prädikat Tor des Monats. Bei den anderen drei Toren war die VSG mit dem identischen Muster erfolgreich: Angriff über links, flacher Pass in die Mitte, Tor Meyer. Schnörkellos, geradlinig und eiskalt zeigte sich die VSG nach zweieinhalb Wochen, in denen zwei Spiele durch Corona-Verdacht oder durch Corona-Fälle abgesagt werden mussten, das Team unregelmäßig trainierte und am Mittwochabend mit 0:2 beim Berliner AK verlor.

Der Rückstand auf Tabellenführer Viktoria Berlin war damit auf elf Punkte angewachsen. Nun sind es acht Zähler – beide Teams, Viktoria und die VSG, haben elf Partien absolviert. Dass sie, trotz der im Gegensatz zu den meisten Verfolgern weniger absolvierten Spiele, die Regionalliga Nordost anführen, liegt an ihrer Stärke, aber auch an den Patzern der Konkurrenz. Der BFC Dynamo kam beim abstiegsgefährdeten ZFC Meuselwitz nicht über ein 1:1 hinaus. Tabellenführer Viktoria Berlin musste durch positive Corona-Fälle zuschauen und war, bevor ab Montag alle Vereine in die Zwangspause geschickt wurden, bereits spielfrei. Erst einmal bis Ende November sollen Trainings- und Spielbetrieb ausgesetzt werden. Dass ohne Training direkt wieder im Dezember losgelegt wird, ist aber schwer vorstellbar.