Wer wird es? Hertha-Trainer Bruno Labbadia (2.v.r.) sucht für die bevorstehende Saison noch einen neuen Kapitän.
Foto: City-Press

Berlin - Bruno Labbadia war nicht zufrieden. Mehrmals und vor allem lautstark forderte Herthas Cheftrainer seine Spieler im Training auf, den Mund aufzumachen. „Aufwachen!“ und „Was ist hier los?“, schallte es unter der Woche über den Schenckendorffplatz. „Wir müssen mehr kommunizieren. Es geht um unseren Erfolg“, mahnte Labbadia. Der 54-Jährige hatte auch noch nach der Einheit Gesprächsbedarf, schnappte sich die Schlussmänner Alexander Schwolow und Nils Körber. „Wir haben noch eine Achse aufzubauen. Der Torwart macht den Anfang, kann großen Einfluss auf die Viererkette nehmen. Das habe ich den Jungs gesagt“, berichtet Labbadia, der zum Bergfest der Vorbereitung auf die neue Spielzeit feststellt: „Da sind wir noch zu ruhig.“

Einer, der naturgemäß als Wortführer vorangeht, ist der Kapitän einer Mannschaft. Doch nach dem Abgang von Vedad Ibisevic, 36, ist der Posten weiterhin vakant. Trotz des Vakuums will sich Labbadia bei der Suche noch Zeit lassen. „Das wäre noch zu früh“, sagt der Coach nach drei Wochen Trainingsarbeit. Das Team müsse sich erst weiter kennenlernen. „Außerdem wollen wir ja noch den ein oder anderen dazuholen“, erklärt Labbadia, der sich bei der K-Frage nicht unter Druck setzen lässt. Gleichzeitig ist er erfahren genug, um zu wissen, dass die Wahl des Spielführers von großer Bedeutung sein kann, sportlich wie sozial. Der neue blau-weiße Kapitän muss Wortführer, Ansprechpartner und Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainerteam sein. Die Berliner wollen nach oben. Die Wahl des Kapitäns kann dabei mitentscheidend für eine erfolgreiche Spielzeit sein.

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