Hertha-Coach Jürgen Klinsmann.
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BerlinEs kann ja immer schlimmer kommen. Fußball-Profi Max Kruse zum Beispiel ist   bei Fenerbahce Istanbul nicht nur dafür zuständig, Tore zu schießen, sondern neuerdings auch für gute Laune. Der frühere Kapitän des SV Werder Bremen hat mit dem Klassiker „Sway“ von Dean Martin in einer türkischen Castingshow für Aufsehen gesorgt und bei einem Prominenten-Special am Silvestertag drei der vier Juroren überzeugt. „Ich singe viel unter der Dusche. Aber es ist das erste Mal, dass es Zuschauer gibt“, hat der Torjäger in englischer Sprache gesagt.

In welcher Sprache Sidney Friede künftig eventuell unter der Dusche singt, müsste eine gesonderte Recherche ergeben. Wie der 21-Jährige Fußball spielen wird, ist jetzt allerdings klar. Zweitklassig, und zwar nicht perspektivisch gesehen mit seinem bisherigen Verein Hertha BSC, sondern   bei dem Zweitliga-Aufsteiger Wehen Wiesbaden. Der Mittelfeldspieler, der zum Erstliga-Kader von Trainer Jürgen Klinsmann gehörte, unterschrieb einen bis zum Saisonende gültigen Vertrag bei den Hessen. Schwäbisch wird Friede also nicht mehr lernen müssen, wohingegen sich seine bisherigen Teamkollegen weiterhin mit der schwäbischen Lebensart befassen sollten.

Das hängt wie derzeit so vieles bei Hertha mit Klinsmann zusammen. „Ich hab’ schon ein Restaurant entdeckt, wo es Linsen und Spätzle gibt“, verriet der 55-Jährige aus Botnang auf Nachfrage eines Fans am Neujahrstag in einem dafür vorgesehenen Live-Chat. „Das ist für einen Schwaben enorm wichtig.“ Wichtiger ist momentan aber personelle Verstärkung. Und auch da wurde Klinsmann in der alten Heimat fündig. Santiago Ascacibar, 22-jähriger Mittelfeldspieler mit vier Länderspielen für Argentinien, kommt vom VfB Stuttgart und unterschrieb bei Hertha einen langfristigen Vertrag.

Nicht die einzige frohe Kunde am Neujahrstag. Es stellte sich auch heraus, dass Klinsmann in dieser Saison den DFB-Pokal zu gewinnen gedenkt. „Pokalsieg? Natürlich ist das ein Ziel“, hat er in dem Video-Chat gesagt. „Wir haben ein megaschweres Spiel auf Schalke, aber wir haben auch in Leverkusen gewonnen. Warum sollen wir nicht auch auf Schalke gewinnen?“

Es kann ja dann immer noch schlimmer kommen. Und übrigens: „to sway“ heißt schwanken.