Wasserball-Weltcup in Berlin : Traumstart in den Wahnsinn

In der 2. Minute kreischte die Sirene zum ersten Mal durch die Europaschwimmhalle an der Landsberger Allee. Sie wirkte wie ein zusätzliches Aufputschmittel zum Glücksgefühl der deutschen Wasserballer, wenn sie beim Weltcup gegen den haushohen Favoriten Ungarn ein Tor erzielten. Nach Mateo Cuks Führungstreffer röhrten die Lautsprecher noch elfmal  wie Polizeisirenen. Das reichte aus, um die 12:10-Sensation  zum Auftakt des Turniers  gegen einen Gegner zu landen, den Bundestrainer Hagen Stamm  zuvor „als schwieriger als schwer zu schlagen“ bewertet hatte.  Am Mittwoch heißt der nächste Gegner dann Japan (20.30 Uhr).

Eigentlich unmenschlich

Es war also  ein   Start, der genau die  Emotionen freisetzt, die es braucht, um diese knüppelharte Veranstaltung mit sechs Spielen an sechs Tagen zu einer erfolgreichen zu machen. Mit dem Ziel, im nächsten Jahr mal wieder an einer WM teilzunehmen.  „Dieses Turnier ist von der Anforderung doppelt, eigentlich unmenschlich. Sechs Spiele in sechs Tagen müsste man mal einer anderen Mannschaftssportart erzählen“, sagt Stamm  über diese anspruchsvolle Aufgabe.  Hinzu kommt, dass nur noch elf statt wie bisher 13 Spieler im Aufgebot stehen dürfen. „Ein Wahnsinn“, wie Stamm findet. Um  vorzubeugen, dass nach Strafen irgendwann keine Feldspieler mehr zur Verfügung stehen – mit Tobias Preuß und Timo van der Bosch mussten zwei  Deutsche vorzeitig zuschauen –, setzte er im Tor alleine auf Hannovers Moritz Schenkel.

Teamgeist als Schlüssel

Der Meisterkeeper hielt stark, so dass seine Mannschaft dieses Spiel     wirklich gewinnen konnte. „Wir haben einen Teamgeist gezeigt, der seinesgleichen sucht“, sagte Stamm, „die Jungs waren weltklasse.“
Nach 4:7-Rückstand kämpfte sich Deutschland  zum 8:8 und übernahm das Kommando. Als der Spandauer Ben Reibel drei Minuten vor dem Ende das 11:9 erzielte und drei Ungarn ausgeschlossen waren,   versprühten die Spieler  erstmals das Gefühl, einen lange nicht dagewesenen Moment im deutschem Wasserball zu schaffen.  Ein Zustand, der die Schlusssirene überstand.