Maximilian Franzreb hat Berlin verlassen und hütet jetzt das Tor der Tölzer Löwen in der DEL 2. 
Foto: City-Press/Moritz Eden

Berlin-HohenschönhausenAm Donnerstag starteten die Profis der Eisbären mit dem ersten Training sportlich in das neue Jahr. Während viele den Übergang von 2019 zu 2020 dazu nutzen, um persönlich einen kleinen Neustart durchzuführen, besteht für einen Eishockeyverein inmitten der Saison daran kein Bedarf. Zumal dann, wenn die Leistungen zuletzt sehr ansprechend waren. Trotzdem steht der Start ins neue Jahr für einen Umbruch: Der Vertrag mit Torwart Maximilian Franzreb, der seit der Saison 2016/2017 zu der Berliner Organisation gehörte, wurde aufgelöst. Er kehrt zu seinen Ursprüngen zurück und spielt ab sofort für die Tölzer Löwen in der DEL 2.

Der Grund für diese schnelle Trennung   ist Justin Pogge, der kurz vor dem Jahreswechsel verpflichtet wurde.   Der Kanadier soll den Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten entfachen. Voraussichtlich wird er schon beim Heimspiel gegen den Tabellenführer RB München am Freitag (19.30 Uhr) das Tor hüten. „Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch für die Lizenz, aber ich bin zuversichtlich, dass alles klappt“, sagt Trainer Serge Aubin.

Im Eisbären-Tor erhöht sich der Druck

Sebastian Dahm, der aufgrund des fehlenden Vertrauens in Franzrebs Künste bislang fast den Alleinunterhalter im EHC-Tor spielte, gibt sich gelassen angesichts des sich anbahnenden Zweikampfs. Der stets freundliche   Däne mit deutschem Pass vermittelt fast sogar den Eindruck, dass er sich auf den Druck freut, den Pogge zukünftig auf ihn ausüben wird. Er sagt: „Wir haben jetzt zwei Torhüter mit internationaler Erfahrung, ich finde das gut. Mannschaften, die in den letzten Jahren Titel gewonnen haben, hatten immer zwei gute Torhüter.“   Überraschend kam für ihn dieser Transfer nicht: „Schon ziemlich früh in dieser Saison haben die Verantwortlichen mit mir darüber gesprochen, dass wir irgendwann auf dieser Position noch was machen müssen.“   Wie schon in der Vorsaison verletzte sich Torwartkollege Marvin Cüpper schwer am Fuß.

Während seiner ersten Trainingseinheit   fiel Pogge durch seine Größe auf. Mit 1,92 Meter ragt er 70 Zentimeter über die Latte heraus.   „Als er uns zum ersten Mal in der Kabine besucht hat, dachte ich: Das ist aber ein schöner Mann“, sagt Verteidiger Florian Kettemer scherzhaft über seinen neuen Kollegen. Ansonsten gehe erst mal darum, „ihn willkommen zu heißen“.

Nicht nur wegen seiner Größe wird Pogge einen anderen Torwartstil pflegen als Kollege Dahm. Der Kanadier, der   zuletzt in der zweiten schwedischen Liga spielte, gilt als Keeper, „der gerne den Puck spielt“, wie Trainer Aubin weiß. Gegen München, das einsam an der Tabellenspitze thront,   dürften allerdings zunächst seine Fähigkeiten im Toreverhindern gefordert sein.