Berlin - Der Berliner Peter Liebers und Nathalie Weinzierl aus Mannheim sind die neuen deutschen Eiskunstlauf-Meister.

Der Olympia-Achte gewann nach 14-monatiger Verletzungspause bei seinem Heimspiel in der Hauptstadt den sechsten Titel und ließ mit 222,83 Punkten den Trainingskollegen Paul Fentz (218,63) sowie Franz Streubel (210,26/Oberstdorf) hinter sich. Die 22-jährige Weinzierl siegte am Samstag mit 168,26 Zählern vor Lea Johanna Dastich (139,87/Dresden) und Annika Hocke (135,44/Berlin).

Wegen Verletzungen nicht dabei waren Titelverteidigerin Lutricia Bock (Knieverletzung/Chemnitz) und Nicole Schott (Muskelfaserriss) aus Essen. Während Bock nach einem Meniskuseinriss operiert werden muss und zwölf Wochen ausfällt, bekommen Weinzierl und Schott die Tickets für die Europameisterschaften Ende Januar in Ostrau/Tschechien.

Weinzierl musste für Titel Nummer zwei richtig kämpfen, eine fiebrige Erkältung behinderte sie. Beim dreifachen Lutz stürzte sie, den Axel riss sie auf. „Ich habe mich nicht gut gefühlt, aber ich wollte unbedingt den Titel”, sagte die Studentin, die mit Medikamenten zumindest ihre Temperatur herunterdrückte.

Bei den Herren reist Fentz zur EM, weil er zusammen mit der NRW-Trophy 0,07 Punkte Vorsprung vor Liebers hat. „Das ist sehr eng, aber für Peter war es nur eine Station. Er braucht noch Zeit”, sagte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union.

Der im Februar an der Hüfte operierte Liebers riskierte sogar einen Vierfach-Sprung, den er allerdings nicht stand. „Ich bin noch nicht wieder auf einem richtig guten Niveau, aber ich kann zurückkommen”, sagte der Student der Biotechnologie. Fentz, der den vierfachen Toeloop gut auf das Eis brachte, muss bei der EM unter die Top Ten kommen, um den einen deutschen Startplatz bei der WM Ende März in Helsinki zu sichern. Ansonsten gibt es einen Ausscheidungskampf zwischen Liebers und Fentz.

Aljona Savchenko und Bruno Massot zeigten außer Konkurrenz und ohne Risiko-Sprünge ihre „Lighthouse”-Kür von Patrick Watson. Eine Innenbandverletzung macht der fünfmaligen Weltmeisterin noch große Probleme, sie hofft aber auf einen Start in Ostrau. „Ich habe immer noch Schmerzen”, sagte die gebürtige Ukrainerin. Zur EM werden sie von Mari Vartmann und Ruben Blommaert (Düsseldorf/Oberstdorf) begleitet, die den zweiten Titel einheimsten.

Bei den Tänzern setzten sich die Titelverteidiger Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis (172,20/Oberstdorf) klar vor Katharina Müller/Tim Dieck (146,88/Berlin/Dortmund) und Shari Koch/Christian Nüchtern (143,94 Oberstdorf/Siegen) durch. Zur EM reisen Lorenz/Polizoakis, die in Berlin von dem russischen Starcoach Igor Schpilband unterstützt wurden. Normalerweise trainieren sie in Detroit, nach dem Grand-Prix-Finale in der Vorwoche in Marseille blieb Schpilband in Europa. (dpa)