Leise Hoffnung für DFB-Elf: Leroy Sané trainiert wieder vorsichtig mit

Leroy Sané hat Teile des deutschen Mannschaftstrainings mitgemacht und könnte beim wichtigen WM-Spiel gegen Spanien als Joker zum Einsatz kommen.

Leroy Sané könnte gegen Spanien wieder in den DFB-Kader zurückkehren.
Leroy Sané könnte gegen Spanien wieder in den DFB-Kader zurückkehren.IMAGO/ULMER

Fußballmannschaften sind sensible Gebilde. Erst recht bei großen Turnieren, wenn die Spieler über Wochen aufeinanderhängen. Die Personalauswahl, die ein Trainer trifft, strahlt aus auf die Stimmung. Vor allem dann, wenn das Ergebnis danach nicht stimmt.

Gegen Japan hat es nicht gestimmt. Die Atmosphäre im Teamquartier ist deshalb belastet. Auch aus der Heimat melden sich zahlreiche der einst von Teamchef Rudi Völler entnervt als „Gurus und Obergurus“ bezeichneten Experten und schlagen Rochaden vor. Das gehört zur Folklore bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Hansi Flick wird Änderungen vornehmen, obwohl er ein Trainer ist, der Rotation gern auf ein Minimum beschränkt.

Deshalb gilt es als unwahrscheinlich, dass der Bundestrainer komplett Lothar Matthäus folgt und dessen in Bild TV unterbreiteten Vorschlägen, die mit vier Wechseln verbunden wären: Thilo Kehrer rechts hinten rein für Niklas Süle, der nach innen rückt, Matthias Ginter für David Raum links hinten, Leon Goretzka ins Mittelfeld neben Joshua Kimmich, Ilkay Gündogan auf die Zehn für Thomas Müller, Niclas Füllkrug in der Sturmmitte für Kai Havertz.

Flick stellte bereits klar, dass seine taktische Formation hinten nicht geändert wird. Es bleibt bei der Viererkette. Nicht ganz so deutlich äußerte er sich zu einer möglichen Verschiebung von Kimmich aus dem zentralen defensiven Mittelfeld auf die Rechtsverteidigerposition. Beim erfolgreichen Finalturnier der Champions League hatte das 2020 bestens funktioniert. Jetzt in Katar würde Flick damit sowohl das offenkundige Problem rechts hinten lösen und zudem dafür Sorge tragen, dass ein Platz für den sichtlich Frust schiebenden Goretzka neben Gündogan freigeräumt würde.

Bundestrainer Hansi Flick (v.) hat gute Gründe, seine Startelf gegen Spanien umzustellen.
Bundestrainer Hansi Flick (v.) hat gute Gründe, seine Startelf gegen Spanien umzustellen.Federico Gambarini/dpa

Mehrere Wechsel-Optionen für DFB-Coach Hansi Flick

Begeistert von dieser Idee scheinen weder der Bundestrainer noch Kimmich, von dem allerdings in der Crunchtime gegen Japan ebenso wenig stabilisierende Wirkung ausging wie vom eingewechselten Goretzka. Am wahrscheinlichsten erscheinen Konsequenzen für Nico Schlotterbeck, der seinen Platz in der Innenverteidigung verlieren dürfte. Entweder an Süle oder an den zuletzt beim SC Freiburg formstarken Ginter. Der 28-Jährige wartet bei seinem dritten WM-Endrundenturnier noch immer auf seinen ersten Einsatz.

In der Offensive wird viel davon abhängen, ob Leroy Sané einsatzfähig ist. Im Training am Freitag mischte er in Teilen des Teamtrainings wieder mit und kann vielleicht als Joker eingesetzt werden.

Gibt Flick Havertz eine neuerliche Chance in der Sturmmitte oder verschiebt er ihn auf die Spielmacherposition oder gar auf die Bank? Havertz sagt: „Die Positionsfrage nervt mich langsam echt. Jeder weiß, dass ich 9 spielen kann, 10 spielen kann, rechts oder links.“