Vorbereiter und Vollstrecker: Leo Pföderl, Schütze des zweiten EHC-Tors.
City Press

BerlinAm Tag der Umstellung auf die Winterzeit klingelte der Wecker am Sonntag eine Stunde später. Und auch für die 14 200 Fans in der Arena am Ostbahnhof gab es im Spiel der Eisbären Berlin gegen München einen späten Weckruf. Trudelte die Partie über weite Phase des Schlussdrittels vor sich hin, wurde es acht Minuten vor dem Ende durch den 3:4-Anschluss der Gastgeber noch einmal laut. Angetrieben von den Fans warfen die Eisbären alles rein, mussten sich aber dennoch 3:5 geschlagen geben. „Im letzten Drittel waren wir noch einmal sehr gut, aber uns ist dort die Zeit weggelaufen“, sagte Eisbären-Trainer Serge Aubin.

Sein Team hatte am Sonntagnachmittag gut begonnen. Bereits nach wenigen Sekunden hatte James Sheppard die Chance zur frühen Führung, scheiterte aber wie wenig später auch Louis-Marc Aubry, an Münchens Danny aus den Birken. Beide Mannschaften gingen sehr aggressiv zu Werke, störten früh im gegnerischen Drittel und provozierten damit Fehler. Einen davon fingen die Eisbären in der achten Minute ab, Leo Pföderl passte schnell auf Marcel Noebels und der traf freistehend.

Eine Reaktion des souveränen Tabellenführers? Die blieb aus. Auch, weil die Gastgeber weiterhin Druck machten und dafür erneut belohnt wurden. Diesmal lenkte Pföderl selbst den Puck im Fallen, allerdings auch mit dem Schlittschuh, zum 2:0 ins Münchner Tor (14.). Doch wieder einmal waren es Unkonzentriertheiten der Eisbären, die dem Gegner in die Karten spielten. So schickten die Berliner einen Spieler zu viel aufs Eis, Lukas Reichel musste für zwei Minuten auf die Bank. Fast hatten die Eisbären diese Strafe schadlos überstanden, da ließ sich Maxim Lapierre zu einer Undiszipliniertheit hinreißen und musste nach Beinstellen ebenfalls auf die Bank. In doppelter Unterzahl traf Münchens Trevor Parkes zum 1:2-Anschluss (19.).

Auch nach dem Seitenwechsel wurden den Eisbären die Strafzeiten zum Verhängnis. Eine davon wurde in der 26. Minute gegen James Sheppard angezeigt, aber die Münchner spielten ihren Angriff perfekt zu Ende und glichen durch ihren Topscorer Mark Voakes aus.

Als Sheppard in der 35. Minute dann tatsächlich auf der Strafbank Platz nahm, bestrafte das Yasin Ehliz mit dem 3:2 für München. 75 Sekunden später traf Keith Aulie noch zum 4:2. Im Schlussdrittel plätscherte das Spiel lange so hin. In einer Phase, in der München nicht mehr so recht wollte und die Eisbären nicht so recht konnten, war Mark Olver plötzlich frei vor dem Tor der Gäste und traf zum 3:4-Anschluss (52.).

Die Zuschauer wurden noch einmal wachgeküsst, mussten aber 62 Sekunden vor dem Abpfiff mit dem Treffer von Christopher Bourque ins leere Tor die Entscheidung zugunsten der Münchner mitansehen.