Berlin - Es ist gar nicht so einfach, jemanden zu finden, der offen über Missstände in seiner Branche spricht. Selten passiert, was Karla Borger und Julia Sude jetzt getan haben. Die Beachvolleyballerinnen verzichten auf ein Turnier im März in Katar, weil ihnen dort vorgeschrieben wird, welche Dienstkleidung sie zu tragen haben: lange Hosen und Hemd statt wie üblich Bikini.

Das ist so bemerkenswert wie der Start der Ägypterinnen Doaa Elghobashy und Nada Meawad bei Olympia 2016 mit Ganzkörperanzug und Hidschab. Und wie die Ankündigung der Deutschen Laura Ludwig und Margareta Kozuch, sich in Katar artig zu verhüllen. Sie alle handeln als mündige Sportlerinnen: frei in ihrer Entscheidung. Soweit Berufstätigen dies möglich ist. Einer Pflegekraft im Seniorenheim ist es unbenommen, wegen unhaltbarer Zustände zu kündigen. Sie verliert dann eben ihren Lebensunterhalt. Ein Radprofi muss seine Leistung nicht auf verbotene Weise steigern, kann die anklagen, die es tun. Er bekommt nur keinen Vertrag mehr.

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