BerlinAls das Team des TTC Berlin Eastside vor vier Wochen in Linz die Champions League gewann und dabei in Österreich die komplette europäische Elite besiegte, kam die Frage auf: „Wer soll diese Mannschaft eigentlich noch schlagen?“ Am Sonntag wollen das beim Final Four, dem deutschen Pokalfinale, auf jeden Fall die beiden Gegner der Berlinerinnen – ESV Weil (Halbfinale) und der vermeintliche Konkurrent im Endspiel, DJK Kolbermoor – in Angriff nehmen. 

Doch die gefeierten Champions von Eastside, das Quartett Nina Mittelham, Shan Xiaona, Britt Eerland und Jessica Göbel, wurde nun noch einmal verstärkt. Für das Cupfinale in der Großen Spielhalle in der Paul-Heyse- Straße in Prenzlauer Berg sind für den TTC zum ersten Mal zusätzlich Ding Yaping und Jing Ning gemeldet. Abwehrspezialistin Ding Yaping, 53, kam schon 1992 aus China nach Deutschland, gehörte einst zur Nationalmannschaft Chinas und ist in der Bundesliga eine Institution. Pikant: Sie schmetterte zuletzt erfolgreich für Kolbermoor. Jing Ning, die international für Aserbaidschan startet, wurde 2017 in Portugal Jugend-Europameisterin.

Die beiden und auch die weiteren Zugänge Zhang Ziwei (ebenfalls Aserbaidschan), Lin Ye (Singapur) und Huang Yu-Chiao (Taiwan) sollen von Eastside „punktuell“ in der Liga, vor allem aber in den Playoffs eingesetzt werden. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Wie sich die weltweiten Reisemöglichkeiten wegen der Pandemie gestalten, ist völlig offen.

Berlin hat kurzfristig übernommen

Das deutsche Pokalfinale hatte der TTC Eastside kurzfristig als Ausrichter übernommen, nachdem die ursprünglichen Veranstalter aus Hannover als Folge des Coronavirus nicht in der Lage waren, das Final Four aufwendig zu organisieren. In Berlin dürfen sich maximal 48 Personen gleichzeitig in der Halle aufhalten. Zuschauer sind nicht erlaubt. „Die fehlenden Einnahmen werden durch eigene Sponsoren abgefedert“, sagt TTC-Präsident Alexander Teichmann. Alle Spielerinnen, Trainer und Akkreditierten beim Pokalfinale müssen sich am Sonnabend zudem einem Schnelltest unterziehen.

In den Halbfinals treffen am Sonntag ab 10 Uhr zunächst der TTC Eastside und der ESV Weil sowie im Anschluss der DJK Kolbermoor und TSV Schwabhausen aufeinander. Das Finale soll gegen 13.30 oder 14 Uhr beginnen. Teichmann sagt: „Wenn es wieder zum Endspiel Eastside gegen Kolbermoor kommen sollte, wird es ein 50:50-Duell, bei dem die Tagesform entscheidet.“

Auch am Champions-League-Sieger aus Berlin gehen die Auswirkungen der Pandemie nicht vorbei. „Die Austritte aus unserem Verein nehmen in der letzten Zeit zu“, klagt Teichmann. „Es ist ja für unsere zahlreichen Teams und die Breitensportler derzeit kein Training in unserer Halle möglich.“ Was bleibt, ist die Hoffnung auf bessere Zeiten.