Die prall gefüllte Waldseite im Stadion An der Alten Försterei. Ein Bild, wie aus einer anderen Zeit.
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BerlinUnion-Fan Sig Zelt lächelt freundlich, doch eigentlich ist ihm zum Heulen zumute. "Das sind ganz schlimme Maßnahmen, natürlich leiden wir", sagt der Sprecher von ProFans über die Zwangspause im Fußball. Die Anhänger würden nicht nur die Spiele selbst vermissen, sondern auch das "Gemeinschaftserlebnis" und "die sozialen Kontakte, die der Fußball so wunderbar knüpfen" könne. Der Ball ruht, die Leidenschaft der Fans aber nicht.

Genau deshalb unterstützen viele Anhänger ihre Klubs in der existenzbedrohenden Zeit. Anhänger des Zweitligisten VfL Bochum kaufen so genannte "Geistertickets" zum Preis von 18,48 Euro, der das Gründungsdatum symbolisiert. Bei Zelts Eisernen wurde über die Vereinsinternetseite virtuell Bier und Bratwurst verkauft.

"Wenn es um das Überleben des Vereins geht", sagte Zelt im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID), "dann macht man vieles." Die Fans seien ernsthaft in Sorge um ihre Klubs, deswegen würde die Akzeptanz für Geisterspiele in der Szene auch steigen. "Das Fernsehen macht einen Großteil der Einnahmen aus, was wir nicht unbedingt gutheißen, aber vielleicht sichert es den Vereinen in dieser Situation das Leben", sagt der ProFans-Sprecher.

Eine aktuelle Umfrage von bundesligabarometer.de unter 4850 Fans bestätigt diese Tendenz. Dort haben fast zwei Drittel (72,9 Prozent) der Befragten nichts dagegen, wenn Großveranstaltungen in der Coronakrise vorübergehend ohne Zuschauer ausgetragen werden würden.

Weiter Kritik an Dietmar Hopp

Der bis vor kurzem noch offen ausgetragene Konflikt zwischen den organisierten Fans und dem DFB sowie den Klubbossen ist für Zelt jedoch nur vorübergehend gestoppt. "Eine Krise bringt einen ja dazu, zusammenzustehen - nicht körperlich, aber zumindest in Gedanken, um Solidarität zu üben", sagt er: "Aber die alten Probleme werden natürlich wieder auftauchen."

Dazu zählt auch das Thema Dietmar Hopp. Dass Bundesligist TSG Hoffenheim über seine Vereinskanäle verlauten ließ, dass der Unternehmer einen möglichen Corona-Impfstoff seiner Firma CureVac nicht an Einzelstaaten verkaufen, sondern allen Menschen zur Verfügung stellen will, nennt Zelt "Greenwashing". Er findet es "ziemlich befremdlich, dass es die TSG Hoffenheim thematisiert, denn das Mäzenatentum von Herrn Hopp hat damit nichts zu tun."