Union-Legende Michael Parensen.
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BerlinMichael Parensen machte einen entspannten Eindruck. Der 33 Jahre alte Fußballer des 1. FC Union sprach in einer Videokonferenz mit Journalisten über die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Aussicht, ab Anfang Mai vielleicht wieder Bundesligabegegnungen bestreiten zu können – wenn auch ohne Zuschauer. „Keiner möchte das. Wir spielen Fußball, um Leute vor Ort zu begeistern“, sagte Parensen. „Das sollte auch nach wie vor der Zweck des Fußballs sein. Wenn es dem Überleben den Vereine dient, müssen wir es aber so machen.“

Die Zeit ohne Punktspiele und Mannschaftstraining verbrachte Parensen bisher mit seiner Familie im Brandenburger Umland. Sohn Luca, 4, und Tochter Cleo, 2, wundern sich, warum sie so oft mit Mutter Antonia und Vater Michael zusammen sein können. Wobei der Vater Lauf- und Kraftübungen am Vormittag absolviert. Mit Luca spielt er auch Fußball.

Der Wiedereintritt ins Mannschaftstraining wurde bei Union schon zum dritten Mal verschoben. Jetzt soll es am 6. April weitergehen. Zuletzt hatte auch Unions Profifußball-Geschäftsführer Oliver Ruhnert kritisiert, dass andere Vereine schon vorher in mehreren kleinen Gruppen trainieren würden. Parensen empfindet das aber nicht als Nachteil. „Selbst im Homeoffice gibt es Unterschiede. Die einen bekommen Trainer zur Seite gestellt und haben möglicherweise ihr komplettes Equipment zu Hause, andere nicht“, so Parensen. „Die Frage ist auch, wie sinnvoll das Training ist, wenn man nicht elf gegen elf spielen kann.“

Verzicht hilft de Verein

Wie seine Mitspieler hat Parensen einem Gehaltsverzicht zugestimmt, um dem 1. FC Union und seinen Angestellten zu helfen, die schwierige Phase zu überstehen. Er macht es auch gern, weil er weiß, dass es dem Verein so besser geht.

Parensen ist der Dienstälteste bei den Eisernen. Seit Januar 2009 ist er dabei. Als Profi mit einem abgeschlossenen BWL-Fernstudium hat er sich seinen kritischen Blick auf den Fußball bewahrt. Er glaubt, dass sich das Geschäft von dieser Krise wieder erholen wird. Falls es im Mai wieder losgehen sollte, fühlt sich Parensen keinesfalls als Versuchskaninchen. So lange die Situation kritisch sei, sagt er, wäre die Aufnahme des Spielbetriebs aber ein No-Go.

Parensen sagt auch, dass man sich nicht ewig vor dem Virus verschließen könne. Brot und Spiele für das Volk könnten für Ablenkung sorgen. Parensen: „Was bei den Römern funktioniert hat, funktioniert heute immer noch. Wir befinden uns immer noch in einer Brot-und-Spiele-Welt.“