Erst hatte er sich geweigert, dann musste er doch. Mit einem verworfenen Freiwurf hatte Landry Nnoko gut fünf Minuten vor dem Ende die 100 Punkte nicht voll gemacht. Um die Runde Donuts kam Alba Berlins Center damit aber nicht herum: Nach Pass von Niels Giffey war der Korbleger zu den Punkten 100 und 101 nur noch Formsache und die runden Gebäckstücke für das Team gesichert. Der 110:98-Erfolg gegen Bonn, nach ausgeglichener erster Halbzeit, war zugleich der 16. Einhunderter in dieser Alba-Saison. Platz drei ist dem Team damit nicht mehr zu nehmen.

Noch bevor die Partie begonnen hatte, hatten die Berliner bereits Grund zum Jubeln. Franz Wagner wurde als bester Nachwuchsspieler der laufenden Saison ausgezeichnet. Der 17-Jährige steht in dieser Saison durchschnittlich 13 Minuten auf dem Feld, am Mittwochabend waren es nur etwas mehr als acht, ein Korberfolg blieb ihm diesmal verwehrt. Dafür aber feierte Martin Hermannsson nach etwas mehr als dreiwöchiger Verletzungspause sein Comeback. Das größte Aufsehen erregte in der Startphase allerdings ein anderer: Derrick Walton erzielte sieben der ersten neun Berliner Punkte, nach vier Minuten leuchtete ein 9:9 auf der Anzeigetafel.

Es sollte nicht das einzige Unentschieden sein in einer Partie, die sich nicht so recht entscheiden konnte, in welche Richtung sie kippen möchte. Zwanzigmal wechselte die Führung in der ersten Halbzeit, dreizehnmal stand es Unentschieden. Mit 24:24 gingen beide Teams in die erste und mit 53:53 in die zweite Viertelpause.

Alba sichert Platz drei

Das Spiel wirkte phasenweise etwas zerfahren. Drei Spieltage vor Ende der Hauptrunde verfolgten beide Mannschaften aber auch noch ihre Saisonziele. Alba wollte mit einem Sieg den dritten Platz absichern, Bonn einen großen Schritt in Richtung Play-offs machen. Auf dem Feld der Arena am Ostbahnhof sah das nicht immer schön aus. Solide Wurfquoten beider Teams ließen 42 Rebounds entstehen, mit 23:19 gab es in dieser Statistik mit Alba Berlin zumindest einen Sieger.

So unentschlossen die Partie im ersten Durchgang war, so einseitig verlief sie danach. Lediglich zweimal wechselte die Führung, einmal noch lag Bonn vorn, dann kippte das Spiel in Richtung der Berliner, die sich Stück für Stück absetzten. 82 Sekunden vor Ende des dritten Viertels sorgte Johannes Thiemann für die erste zweistellige Führung (79:68), mit 82:70 ging es in die letzte Viertelpause. In den letzten zehn Minuten ließ Alba Berlin nichts mehr anbrennen und konnte auch Kraft für das Heimspiel am Freitagabend (20.30 Uhr) gegen Bremerhaven sparen. „Wir haben in der zweiten Halbzeit richtig gut und mit mehr Energie gespielt“, sagte Trainer Aito Garcia Reneses.