Moskau - Gruppenletzter hinter Schweden, Mexiko und Südkorea – das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Russland ist historisch. Es klingt noch immer surreal, ist aber die bittere Wahrheit. Und noch immer fragt sich Fußball-Deutschland, wie es zu diesem peinlichen Debakel kommen konnte.

Wie nun bekannt wurde, brodelt es in der Nationalmannschaft. Nach Informationen des Fußballmagazins „kicker“ soll es zu Auseinandersetzungen zwischen Mittelfeldspieler Sami Khedira und Innenverteidiger Mats Hummels gekommen sein.

Streit nicht nur zwischen Routiniers und Newcomern

Dass die Mannschaft keine mehr war, war offensichtlich, und die Spannungen zwischen den alternden Weltmeistern von 2014 und den jungen Confed-Cup-Siegern von 2017 gelten längst als offenes Geheimnis.

Es hat aber offenbar auch unter den Weltmeistern geknirscht, geknarzt und geknallt. Haben Sami Khedira (31) und Mats Hummels (29) das Team gespalten? Nach der 0:1-Auftaktpleite gegen Mexiko soll es einen heftigen Streit zwischen dem Abwehr– und dem Mittelfeldspieler gegeben haben.

Beide verstehen sich als Wortführer, aber, so das Fachmagazin: „Sie sprechen nicht die gleiche Sprache.“ Die Differenzen sollen zu internen Spannungen geführt haben.  

Fragwürdige Interviews von Mats Hummels 

Hummels soll sich zusätzlich unbeliebt gemacht haben, als er nach dem glücklichen Last-Minute-Sieg gegen Schweden (2:1) plötzlich mit Leibchen im Innenraum auftauchte und in der Mixed-Zone Interviews gab – obwohl er zuvor verletzungsbedingt auf der Tribüne gesessen hatte.

Damit nicht genug, machte sich wohl mit Toni Kroos auch noch ein drittes Alpha-Tier zur internen Zielscheibe. Der Champions-League-Sieger von Real Madrid legte immer wieder öffentlich den Finger in die Wunde und kritisierte die Kollegen, zeigte aber auf dem Rasen selbst nicht die von ihm eingeforderte Disziplin und spielte unter seinem gewohnten Niveau.

Keine einfache Situation für den Bundestrainer. Joachim Löw, der vorerst im Amt bleibt, muss nun nicht nur einen fähigen Kader aufbauen, sondern auch die persönlichen Spannungen zwischen den Spielern lösen. (BLZ)