Ronaldo schreibt Geschichte und feiert mit Portugal einen Sieg gegen Ghana

Als erster Spieler überhaupt trifft der Portugiese bei fünf WM-Endrunden. Er erzielt beim 3:2 gegen Ghana per Strafstoß das 1:0.

Mit höheren Mächten im Bunde: Cristiano Ronaldo.
Mit höheren Mächten im Bunde: Cristiano Ronaldo.AP/Fernandez

Der Typ wird uns eines Tages fehlen. Denn Cristiano Ronaldo ist nie langweilig, ist immer noch ein Spektakel. Das hat sich auch am Donnerstagnachmittag gezeigt, beim 3:2 im WM-Auftaktspiel der portugiesischen Nationalmannschaft gegen Ghana.

Schade nur, dass er die größte Chance des Abends nicht nutzen konnte beziehungsweise wollte. Denn was wäre das für eine großartige Nummer gewesen, wenn der immer noch größte Star des Weltfußballs mit der „One-Love“-Binde, noch besser, mit einer Binde in Regenbogenfarben aufs Feld gelaufen wäre. Sei’s drum, er hat es nicht getan, obwohl er sich eigentlich sicher sein kann, dass sich die Fifa bei einem wie ihn wohl kaum eine schwerwiegende Sanktion erlauben könnte. Seine Popularität schützt ihn, nur so viel: Inzwischen gibt es 503 Millionen Menschen, die Ronaldo bei Instagram folgen.

Seine Augen, in die ihm beim Ertönen der Nationalhymne ein paar Tränen geschossen waren, waren kaum getrocknet, als der 37-Jährige nach zehn Minuten aus sportlicher Sicht erstmals im Mittelpunkt des Geschehens stand. Ghanas Mohammed Kudus war der Ball versprungen, Ronaldo nach einem schnellen Flachpass plötzlich frei vor Torhüter Ati Zigi. Doch rächte es sich, dass Portugals Kapitän den Ball bei der Annahme etwas unsauber verarbeitet hatte. So konnte er seinen Torschuss nicht kontrollieren, Zigi hingegen parieren.

Drei Minuten später erbrachte Ronaldo wiederum den Beweis, dass man auch im fortgeschrittenen Fußballeralter noch sehr hoch springen kann, aber auch hier konnte er keine Kontrolle über die Situation gewinnen. Mit seinem Kopfball verfehlte er das Tor doch um gut einen Meter.

Schiedsrichter Elfath verliert den Überblick

In der Folge war er im 974 Stadium so oft am Ball wie schon lange nicht mehr, womit nicht auf seine Reservistenrolle bei Manchester United und dem daraus resultierenden Bruch mit den Reds gezielt werden soll. Nein, Ronaldo war gut eingebunden in das Spiel des Europameisters und deshalb stets präsent. Das Problem: Ins Dribbling kann er nicht mehr – weil zu langsam. Hinzu kam, dass all seine Versuche, über einen Doppelpass in die Nähe des gegnerischen Tores zu kommen, allesamt scheiterten. 

In der zweiten Hälfte drehte sich alles zunächst weniger um Ronaldo als um Schiedsrichter Ismael Elfath. Der US-Amerikaner, geboren in Casablanca, verlor jedenfalls allmählich den Über- und Durchblick, zog den Unmut beider Mannschaften auf sich, indem er im Kleinen wie im Großen danebenlag. 

Mit Wucht verwandelt

So wie in der 62. Minute, als er das Dahinsinken von Ronaldo mit dem Einsatz des Ghanaers Mohammed Salisu in Verbindung brachte und auf Strafstoß entschied. Der „Gefoulte“ selbst konnte nicht so recht glauben, dass Elfath bei seiner Entscheidung bleibt, aber doch: Ronaldo verwandelte drei Minuten nach dem Elfmeterpfiff mit Wucht sicher zum 1:0 und ist damit der erste Spieler überhaupt, der bei fünf WM-Endrunden getroffen hat. Der Mann, der schon so viele Rekorde gebrochen hat, hat also schon wieder Geschichte geschrieben.

In der Folge zeigte sich, warum die Portugiesen tatsächlich zum engeren Favoritenkreis zu zählen sind. Trotz des Ausgleichstreffers durch André Ayew, der in der 73. Minute nach Vorarbeit des starken Kudus und nach der ersten Unachtsamkeit der portugiesischen Abwehr zur Stelle war, blieben sie zunächst ihrer spielerischen Linie treu und kamen durch João Félix (78.) und durch den eingewechselten Rafael Leao (80.) sogleich zum 2:1 und 3:1.

Ja, Ronaldo hätte in der 83. Minute alles klarmachen müssen, scheiterte aber mit einem Lupfer an Zigi, bevor Osman Bukari mit seinem Kopfballtreffer in der 89. Minute noch einmal Nervenkitzel ins um sieben Minuten verlängerte Spiel brachte. Vor allem als sich Diogo Costa in allerletzter Minute von Bukari den Ball aus der Hand stibitzen ließ, der Ghanaer aber ausrutschte und folglich noch am Torschuss gehindert werden konnte.