Nur ein Stürmchen: Uruguays Angriff ist gegen Südkorea zu harmlos

Die Südamerikaner müssen sich zum Auftakt mit einem torlosen Remis begnügen. Auch weil Luis Suárez nicht mehr fit genug für eine WM ist.

In der südkoreanischen Zange: Uruguays Luis Suárez.
In der südkoreanischen Zange: Uruguays Luis Suárez.AFP/Samad

Hier ist der Check des Geheimfavoriten Uruguay: Tja, die Südamerikaner haben allemal das Zeug, um sich bei der Weltmeisterschaft den Titel zu holen. Es wäre der dritte für La Celeste, für die Himmelblaue. Und doch muss sich die Elf von Coach Diego Alonso in Anbetracht ihrer Leistung beim Auftaktsieg gegen Südkorea noch gewaltig steigern, um diesen Coup auch landen zu können. 

Im Education City Stadium brauchte sie schon mal gut eine Viertelstunde zur Orientierung. Womöglich waren die Profis vom Rio de la Plata, die fast durchweg bei europäischen Klubs unter Vertrag stehen beziehungsweise standen, einfach auch nur ein klein wenig von der offensiven Spielausrichtung des Gegners überrascht. Es war jedenfalls so, dass die Südkoreaner ganz anders zu Werke gingen als die Japaner am Vortag im Duell mit der deutschen Nationalmannschaft.

Ja, sie wollten agieren und nicht nur reagieren, die Defensive um den ins Alter gekommenen Rekordnationalspieler Diego Godin schon bei der Spieleröffnung zu Fehlern zwingen. Und das gelang wiederholt. Nicht weil Godin in seinem 159. Länderspiel die Nerven flatterten, sondern weil Godins Abwehrkameraden José Maria Gimenez und im Besonderen Martin Caceres von der Größe des Spiels offensichtlich schwer beeindruckt waren. So gab es für Trainer Alonso ein paar Momente des Zitterns, zum Beispiel in der 36. Minute, als Ui-jo Hwang auf Zuspiel von Moon-Hwan Kim freistehend den Ball aus 14 Metern übers Tor jagte.

Valverde bringt was in Bewegung

Und die Offensive? Da schleppte sich Luis Suárez, ehemals gefürchtet, inzwischen nur noch ein Schatten seiner selbst, von da nach dort, ohne auch nur einmal gefährlich in Aktion zu treten. Da war eigentlich nur Federico Valverde, der mal etwas versuchte, die Dinge in Bewegung brachte und dank seiner exzellenten Schusstechnik über Standardsituationen und Fernschüsse Gefahrenmomente einleitete. In der 43. Minute schlug der Profi von Real Madrid einen Eckball vors Tor, Godin stieg hoch, traf aber mit seinem Kopfball nur den Pfosten. 

Mitte der zweiten Hälfte hatte Alonso übrigens ein Einsehen mit dem inzwischen 35 Jahre alten Suárez, brachte Edinson Cavani ins Spiel, der zwar genauso alt ist wie sein langjähriger Sturmpartner in der Nationalelf, aber einen weitaus fitteren Eindruck macht. Auch ihm gelang kein Tor, er dürfte aber im Hinblick auf die noch anstehenden Gruppenspiele gegen Portugal und Ghana erste Wahl sein. An der Seite von Darwin Gabriel Núñez, der viele gute Ansätze zeigte, aber im Abschluss oder beim finalen Pass die Präzision missen ließ. Dem späten Siegtreffer am nächsten kam schließlich Valverde, der in der 89. Minute den Ball aus zwanzig Metern an den Pfosten jagte.