Marco Huck
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BerlinDie meisten Jogger sind unterwegs, weil sie das Laufen lieben. Weil es sie fit hält. Weil Bewegung guttut, Adrenalin den Körper flutet, sich danach alles leichter anfühlt. Marco Huck läuft vor allem, weil er es muss. Weil es zu seinem Training in der Kampfvorbereitung gehört. Er sei schon beinahe auf allen Kontinenten rumgerannt, sagt der frühere Box-Weltmeister im Cruisergewicht aus Berlin.

Am schlimmsten sei es vor seinem Kampf in Las Vegas gewesen, bei 45 Grad. Seine Stammrunde in Berlin scheint da doch deutlich angenehmer zu sein. Und da Huck, 35, für den 22. August einen Schwergewichtskampf auf der Dachterrasse eines Hotels in Braunlage plant, muss er derzeit mindestens zweimal die Woche laufen gehen.

Grafik: BLZ/Hecher

Start ist für ihn am Berliner Theodor-Heuss-Platz, die Heerstraße stadtauswärts entlang, bei der Tankstelle biegt er rechts in die Schirwindter Allee, wo es ein wenig bergauf Richtung Olympiastadion geht. Etwa auf Höhe des Glockenturms biegt er links in den Wald, wo zwischen Waldbühne und Eishalle eine Treppe für Extraqualen wartet: Treppenlauf. „Das letzte Mal habe ich den dritten Durchgang abgebrochen, weil ich so platt war“, sagt Huck. Die Runde ist ja längst noch nicht zu Ende, sondern geht weiter westlich durch die Murellenschlucht und den Schanzenwald, „komplett über Waldwege und durchs Grüne“, weiter bis zur Charlottenburger Chaussee und dem Spandauer Damm.

Das Ganze zurück bis zum Theodor-Heuss-Platz „sind zwölf Kilometer“, sagt Huck, der meistens von einem Freund oder Trainer auf dem Fahrrad begleitet wird, wenn er laufen geht. „Ich weiß ja, laufen ist wichtig“, meint Huck, „aber wenn ich das allein tun müsste, wäre es für mich viel zu schwer, mich zu überwinden.“