Wolfsburg - Am Saisonende mit leeren Händen dastehen? Dieses Gefühl kennen die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg gar nicht mehr. Seit der Triple-Spielzeit 2012/13 schnappten sich die „Wölfinnen“ Jahr für Jahr mindestens eine Trophäe. Nun aber könnten binnen fünf Tagen in der Champions League wie im DFB-Pokal schon alle Träume platzen.

Alexandra Popp saß mit im Charterflieger

„Die Vorfreude auf diese beiden Alles-oder-nichts-Spiele ist groß“, gab sich der Sportliche Leiter Ralf Kellermann in den Wolfsburger Nachrichten optimistisch. Doch zum Viertelfinal-Rückspiel gegen den englischen Meister FC Chelsea in Budapest reiste der deutsche Meister mit einer unnötigen 1:2-Hypothek aus dem ersten Vergleich.

Gute Nachricht vor dem Showdown am Mittwoch (14.00 Uhr/Sport1): Auch Alexandra Popp saß am Dienstag im Charterflieger von Braunschweig nach Ungarn. Nach einem positiven Corona-Test im familiären Umfeld hatte Popp sich vorsichtshalber isoliert, rechtzeitig gab es grünes Licht für die Leitwölfin, die das Motto vorgab: „Alle Spiele sind gerade Endspiele für uns.“

Im Bundesliga-Endspurt kann der VfL bei fünf Punkten Rückstand auf Bayern München nicht mehr aus eigener Kraft Meister werden. Und ausgerechnet der souveräne Spitzenreiter könnte am Ostersonntag (14.00 Uhr/ARD) auch den Wolfsburger Traum vom siebten Pokaltriumph nacheinander im Halbfinale zerstören.

Bundestrainerin Voss-Tecklenburg glaubt noch an einen Sieg

Schaffen die Wölfinnen die Wende gegen Chelsea, käme es auch im bereits ausgelosten Halbfinale der Königsklasse Ende April wohl wieder zum Duell mit den Münchnerinnen. Denn der FC Bayern geht mit einem satten 3:0-Vorsprung in sein Viertelfinal-Rückspiel beim schwedischen Rekordmeister FC Rosengard am Donnerstag (19.00 Uhr/Sport1).

Mut schöpft der VfL aus dem Hinspiel gegen Chelsea, das Trainer Stephan Lerch als „beste Saisonleistung“ einstufte. Auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg glaubt noch an einen Sieg gegen die Blues: „Es wird mega spannend. Ich sehe die Chance für Wolfsburg bei mindestens 50 Prozent.“ Zumal der verwandelte Foulelfmeter von Dominique Janssen extrem wertvoll sein könnte – der VfL war im Hinspiel das nominelle Auswärtsteam.

Entsprechend muss die gefährliche Chelsea-Offensive um Ex-Wölfin Pernille Harder nun besonders aufmerksam in Schach gehalten werden. Nicht gerade leichter wird diese Aufgabe für den zweimaligen Titelträger (2013 und 2014) ohne die gelbgesperrte Abräumerin Lena Oberdorf.

„Das gilt es zu kompensieren“, betonte Popp, die als erfahrene und zweikampfstarke Allrounderin für „Obi“ ins defensive Mittelfeld zurückgezogen werden könnte, „wir wollen dieses Spiel definitiv gewinnen und eine Runde weiterkommen.“