Die Frauen des VfL Wolfsburg bilden vor dem Viertelfinale gegen Glasgow einen Kreis.
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Berlin/San SebastiánDen Triple-Triumph der Bayern verfolgten die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg vor den TV-Bildschirmen im Teamhotel in San Sebastian mit Argusaugen. Die Bilder aus Lissabon befeuerten bei Alexandra Popp und Co. die Träume vom eigenen Titel-Dreierpack. Der ist für den Meister und Pokalsieger beim Finalturnier der Champions League im Baskenland noch zwei Siege entfernt. Im Halbfinale am Dienstag (20.00 Uhr/Sport1) soll auch der FC Barcelona die Durchschlagskraft der Power-Offensive um die überragende Torjägerin Pernille Harder zu spüren bekommen.

„Da kommt ein ganz anderes Kaliber als Glasgow auf uns zu“, warnte aber Verteidigerin Kathrin Hendrich nach dem 9:1 (4:0) im Viertelfinale gegen die Schottinnen. Denn Spaniens Meister will wie im Vorjahr unbedingt ins Endspiel (Sonntag, 20.00 Uhr), das Wolfsburg bereits viermal erreicht hat.

2013 gewann der VfL erstmals das Triple und verteidigte den Henkelpokal ein Jahr darauf erfolgreich. Seither jagt der VfL die Trophäe vergeblich, bei den Final-Teilnahmen 2016 und 2018 ließ Seriensieger Olympique Lyon die Titelträume zerplatzen.

An Barça hat VfL-Zugang Hendrich jedoch keine guten Erinnerungen. Mit Bayern München schied sie in der vergangenen Königsklassen-Saison im Halbfinale gegen die Katalaninnen aus. „Ich habe mit ihnen definitiv noch eine Rechnung offen“, betonte die 34-malige Nationalspielerin. Barcelona indes bekam anschließend im Endspiel in Budapest von Lyon mit einem 1:4 klar die Grenzen aufgezeigt. Doch das Team um die ehemalige Wölfin Caroline Hansen hat Blut geleckt. Im Duell mit Wolfsburg „treffen zwei unterschiedliche Spielstile aufeinander“, befand die norwegische Angreiferin nach dem 1:0 (0:0) im Viertelfinale gegen den Ligarivalen Atlético Madrid: „Es ist eine gute Gelegenheit für uns zu zeigen, wie weit wir uns entwickeln haben.“

Den zweiten Finalisten ermitteln am Mittwoch (20.00 Uhr) in Bilbao derweil zwei Vereine, die sich bestens kennen. Bayern Münchens Bezwinger Lyon muss seinen Liga-Erzrivalen Paris St. Germain besiegen, um schließlich im Finale zum insgesamt siebten Mal und zum fünften Mal nacheinander den Titel in der europäischen Eliteliga zu sichern.

Auch in diesem Spiel kommt es wohl zu einem direkten deutschen Duell. Bei Olympique zieht Dzsenifer Marozsan als Spielmacherin die Fäden, wenngleich die Ausnahmespielerin sich zuletzt nicht unbedingt in Bestform präsentierte. Beim Team aus der französischen Kapitale, das im Viertelfinale den FC Arsenal mit 2:1 bezwang, ist Sara Däbritz nach einem Kreuzbandriss wieder Stammkraft im defensiven Mittelfeld. Beim jüngsten Vergleich im französischen Pokalfinale gewann Lyon vor rund zwei Wochen erst im Elfmeterschießen.