Yunus Malli in seinem ersten Training mit dem 1. FC Union.
Matthias Koch

BerlinAls der Wechsel feststand, gab es Glückwünsche. Aus Augsburg übrigens. Von niemand geringerem als von FCA-Trainer Martin Schmidt. „Er war ja mein Trainer in Mainz und wir haben den Kontakt nie verloren. Er hat mit einer SMS Glück gewünscht“, verriet Yunus Malli, 27, Unions Leihgabe aus Wolfsburg, vor seiner ersten richtigen Trainingseinheit mit den neuen Kollegen. Ob sich der Schweizer in schwäbischen Diensten das so genau überlegt hat? Schließlich muss er ja am Sonnabend mit den Fuggerstädtern gleich in der Alten Försterei ran. „Wahrscheinlich meinte er erst ab Sonntag“, erklärte Malli am Dienstag mit einem leichten Lächeln.

Es ging etwas hektisch zu für den türkischen Nationalspieler in den letzten Tagen. „Ich bin froh, dass jetzt erst einmal eine normale Arbeitswoche vor mir liegt“, meinte der 25-fache Nationalspieler. Am Freitagvormittag der Medizincheck, dann ab in den Bus nach Leipzig. Dort dann zwanzig Minuten Einsatz und am Sonntag gleich noch  eine Stunde im Test gegen den FC St. Gallen aus der Schweiz. „Jede Minute auf dem Platz tut mir gut derzeit. Ich habe ja in Wolfsburg zuletzt nicht so viel gespielt“, sagte der aus Kassel stammende Mittelfeldspieler.

Wechsel in die Türkei keine Option

Der Grund dafür ist ihm nicht offensichtlich. „Manchmal ist es eben so, dass ein Trainer auf andere Typen steht. Es gibt im Leben halt mal Momente, wo es nicht passt. Da muss man keinem böse sein“, sagte der 198-fache Bundesligaspieler (Mainz und Wolfsburg).  Fest stand für Malli nur, dass er eine Luftveränderung braucht. Darüber hat er sich in den letzten Wochen auch mit seinem Nationaltrainer Senol Günes gesprochen. Denn bei den letzten beiden Länderspielblöcken vor der Winterpause ist er im Kader nicht mehr berücksichtig worden.

Der Weg in die Türkei war für ihn keine Option. „Ich hatte das Gefühl, dass ich mit der Bundesliga noch nicht fertig bin. Ich weiß, was ich kann. Und das möchte ich auch wieder zeigen“, erklärte der 1,79 m große Offensivgeist, dessen Fähigkeiten mit den Füßen nicht zum Auftreten auf dem Platz passen. Thomas Tuchel, sein einstiger Trainer in Mainz, hätte sich oft einen Malli gewünscht, der noch mehr aus sich herausgeht. „Ich bin halt eher der zurückhaltende Typ. Und das wird sich auch nicht mehr groß ändern“, meinte Malli.

Dass er mit seinen Fähigkeiten das Spiel der Eisernen bereichern kann, davon ist er überzeugt. Auch wenn die eher einen robusten Spielstil mit Umschalten und Eroberung von zweiten Bällen pflegen, weniger das filigrane Einschnüren der Gegner, für das er steht.