Torwart Zackary „Zack“ Steffen.
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BerlinDie weltweiten Proteste gegen die infolge von Polizeigewalt erfolgte Tötung des Afro-Amerikaners George Floyd in Minneapolis haben inzwischen auch die deutsche Sportwelt erreicht. Besonders markant hat sich Zack Steffen, der Torwart des Bundesligisten Fortuna Düsseldorf, zu Wort gemeldet. Via Twitter hat sich der 25-Jährige direkt an US-Präsident Donald Trump gewandt und diesem Scheinheiligkeit vorgeworfen und ihn einen „widerlichen Heuchler“ genannt. Steffen bezieht sich dabei auf einen früheren Tweet Trumps, in dem dieser den Iran im Januar dazu aufgefordert hatte, die Menschen frei demonstrieren zu lassen. Für Steffen, der afroamerikanischer Herkunft ist, steht das im Widerspruch zu Trumps derzeitigem Verhalten, den Demonstranten im eigenen Land mit militärischer Gewalt zu drohen.

Bislang waren Profifußballer nicht gerade dafür bekannt, sich mit politischen Aussagen zu exponieren. Strenggenommen dürfen sie das auch nicht. Ihre Arbeitgeber und die internationalen Fußballverbände pochen auf politische Neutralität. Im Fall der Solidarität für die Angehörigen von George Floyd ist jedoch vieles anders. Zahlreiche Profis, darunter auch die deutschen Nationalspieler Thomas Müller, Toni Kroos, Jérôme Boateng und Marco Reus, haben über den Bilderdienst Instagram ihre Solidarität bekundet und über den Hashtag „BlackOutTuesday“ ein komplett schwarzes Bild gepostet. Strafen stehen angesichts der geballten Prominenz nicht ins Haus. Die Fußballfunktionäre scheinen gewillt, die Solidaritätsaktion zu dulden.

Zack Steffen, der insgesamt 16 Spiele als Torhüter für die amerikanische A-Nationalmannschaft absolviert hat, wurde 1995 in Coatesville/Pennsylvania geboren und steht derzeit bei Manchester City unter Vertrag, die ihn wiederum an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen haben.