Das Empfangskomitee für Lars Dietz bestand aus allen, die beim 1. FC Union in sportlichen Dingen formell das Sagen haben. Geschäftsführer Lutz Munack und Manager Helmut Schulte begrüßten den Defensivspieler auf dem Parkplatz in herzlicher Manier.

Dank einer Sondergenehmigung durfte der siebenfache U20-Nationalspieler von Borussia Dortmund dann auch gleich mit seinen neuen Kollegen auf den grünen Rasen und den Ansagen von André Hofschneider Folge leisten. Offiziell verkündet wurde der Wechsel des 20-Jährigen noch nicht, ein paar Formalitäten sollen bis heute noch geklärt werden. Ein Vertrag bis 2021 liegt für Dietz bereit.

„Er ist ein Eins-zu-Eins-Ausgleich“, erklärte Munack die anstehende Verpflichtung. Denn Rechtsverteidiger Atsuto Uchida gehört ab sofort nicht mehr zum Union-Kader. Der 29-jährige Japaner kehrte gar nicht mehr aus dem Heimaturlaub zurück, sondern unterzeichnete einen Vertrag bei Kashima Antlers F.C. in Tokio, wo er 2006 seine Profikarriere begonnen hatte.

Er ist ein Defensivspieler

Eigentlich ist Dietz, der am Sonntag im Trainingslager mit seinem neuen Klub seinen 21. Geburtstag feiern wird, sogar ein Drei-zu-Eins-Ersatz. In den Nachwuchsteams von Borussia Dortmund wurde er auf allen Abwehrpositionen eingesetzt, in seiner ersten Saison bei den Erwachsenen in der Regionalliga auch auf der bis dahin ungewohnten linken Seite.

In dieser Saison kam zu den reinen Verteidigungsposten rechts, innen und links ein viertes Einsatzgebiet hinzu: das im zentralen defensiven Mittelfeld. „Er ist ein Defensivspieler, der die Kaderstärke im Training aufrechterhält“, sagte Munack.

Vor allem aber auch einer, der sein Potenzial in Köpenick voll entfalten soll. Eines kann er ohne Zweifel: dem Druck standhalten und auf Sieg spielen. „Es ist von Anfang an so, dass man jedes Jahr um Meistertitel mitspielt“, erklärte Dietz den Ruhrnachrichten einmal die Besonderheit beim BVB.

Hoher Wert für das nächste Jahr

Mit seiner Flexibilität steht der junge Dortmunder beispielhaft für die anstehende Arbeit beim 1. FC Union. Unter dem neuen Trainer André Hofschneider soll das Team schwieriger auszurechnen sein als unter Jens Keller, er soll das Pressing um eine zweite Spielvariante, einen Plan B, ergänzen: Ballbesitzfußball. Daran war Keller letztlich gescheitert.

„Die sportliche Entwicklung ist für uns der wesentliche Faktor, weil wir glauben, dass das die Grundlage für sportlichen Erfolg ist“, sagte Munack beim Trainingsauftakt. „Wenn wir es nicht schaffen aufzusteigen, aber Variabilität und Alternativen entwickeln sowie einzelne Spieler, kann daraus ein sehr hoher Wert für nächstes Jahr entstehen.“ Klar sei aber auch: „Das Ziel Aufstieg haben wir nicht aufgegeben.“